Schennach ortet Niederlage von ORF-Betriebsrat Fiedler

4. August 2003, 13:21
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Schlagabtausch zwischen dem Grünen Mediensprecher und Zentralbetriesrat - Fiedler spricht von "Wunschdenken eines Parteisekretärs"

Einen heftigen Schlagabtausch zwischen dem Grünen Mediensprecher Stefan Schennach und ORF-Zentralbetriebsrat Heinz Fiedler hat es am Freitag im Zusammenhang mit der Diskussion um die Implementierung des neuen ORF-Kollektivvertrags gegeben. Schennach ortete eine "schwere Niederlage" für Fiedler. Grund für diese Interpretation war der Umstand, dass der Betriebsrat "Fernsehen Programm" am Donnerstag erste Vorschläge für die Implementierung des KV einstimmig abgelehnt hatte. Fiedler wies die Darstellung Schennachs zurück.

"Vertrauen der Belegschaft verloren"

Der Christgewerkschafter Fiedler habe das Vertrauen der Belegschaft verloren, meinte der Grüne Mediensprecher. "Das ist das Ende des letzten Betriebsratskaisers in Österreich", so Schennach. "Würde ich eine Abstimmung so verlieren, würde ich Konsequenzen ziehen."

"Wunschdenken"

ORF-Zentralbetriebsrat und -Stiftungsrat Fiedler spricht indes vom "offenkundigen Wunschdenken eines grünen Parteisekretärs und oftmaligen ORF-Einmischers". Der Fernsehbetriebsrat habe erste Vorschläge der Geschäftsführung bewertet und abgelehnt. Mit ihm habe das nichts zu tun. Auch gebe es am Kollektivvertrag selbst keinerlei Kritik. Vielmehr habe es beim Abschluss im Frühjahr die Zustimmung aller Betriebsräte gegeben. "Ich habe nach wie vor das Vertrauen des Zentralbetriebsrats und eines Großteils der anderen Betriebsräte", sagte Fiedler.

"Fraktionierung spielte da null Rolle"

Roland Schmidl, Vorsitzender des Betriebsrats "Fernsehen Programm", will das Votum ebenfalls nicht als Niederlage Fiedlers interpretiert wissen. Das Votum erfolgte gegen die Vorschläge der Geschäftsführung und nicht gegen den Zentralbetriebsrat. "Fraktionierung spielte da null Rolle", so Schmidl. (APA)

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