feratel zahlt erstmals Dividende

1. August 2003, 10:46
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Deutschland stark abgespeckt - Schröcksnadel sieht "e-tourismus"-Gruppe nach Redimensionierung gut aufgestellt

Die börsennotierte Innsbrucker Medien- und "e-tourismus"-Gruppe feratel media technologies AG will ihren Aktionären für das abgelaufene Geschäftsjahr 2002/03 (per 30.4.) erstmals seit dem Going-public vor drei Jahren eine Dividende zahlen, der HV am 24. September werden 6 Cent je Aktie vorgeschlagen. Für die neue Periode 2003/04 sieht Vorstandsdirektor Markus Schröcksnadel die feratel nach dem massiven Personalabbau in Deutschland gut gerüstet, um im weiter ungünstigen Umfeld den Umsatz leicht zu steigern und das Ergebnis weiter zu verbessern. Auch 2003/04 soll es Dividende geben.

Details

Beim operativen Ergebnis (EBIT) konnte 2002/03 zwar noch kein Turn-around erreicht werden - das Minus verringerte sich (ohne einmalige Vorsorgen) von 727.600 auf 220.500 Euro. Doch drehte das in der Vorperiode durch außerordentliche Firmenabschreibungen stark belastete Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) von negativen 14,124 Mio. Euro auf 61.000 Euro leicht ins Plus. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) konnte mit 2,352 (2,314) Mio. Euro stabil gehalten werden, wie feratel am Freitag bekannt gab.

Vor Firmenwertabschreibungen wurde 2002/03 ein operatives EBIT von 235.400 (617.100) Euro sowie ein EBT von 516.900 (977.000) Euro erzielt. Das EBT vor nicht wiederkehrenden Vorsorgen verringerte sich auf 61.000 (nach minus 505.200) Euro. Auf Grund hoher einmaliger Abschreibungen von Firmenwerten sowie Aufwendungen aus sonstigen Beteiligungen war das Ergebnis 2001/02 mit 12,554 Millionen Euro belastet gewesen, woraus ein Minus-EBIT nach einmaligen Vorsorgen von 14,346 Millionen Euro resultierte; dieses Minus konnte nun auf 220.500 Euro gesenkt werden. Die laufenden Abschreibungen auf Firmenwerte sanken auf 0,456 (1,345) Millionen Euro, die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen wuchsen dagegen auf 2,117 (1,697) Millionen Euro.

Das Periodenergebnis lag 2002/03 mit 191.600 Euro im Minus, nach negativen 13,311 Millionen Euro im Jahr davor. Bezogen auf die 6,517.109 feratel-Aktien war das Periodenergebnis je Anteilsschein mit -0,03 (-2,04) Euro weiterhin negativ, vor Firmenwertabschreibungen jedoch mit 0,04 (0,28) Euro je Aktie positiv. Am Donnerstag hatten die im Standard Market Auction gelisteten Titel bei 800 umgesetzten Stück (Doppelzählung) um 7,14 Prozent auf 3,25 Euro nachgegeben.

Bilanzen

Möglich werde die Dividende für 2002/03 auf Grund von 550.000 Euro Bilanzgewinn, einer Eigenkapitalquote von 69 Prozent sowie einem Stand an liquiden Mitteln von 5,2 Mio. Euro (inklusive den Wertpapieren des Umlaufvermögens abzüglich der kurzfristigen Bankverbindlichkeiten), erklärte feratel am Freitag. Die feratel-Umsatzerlöse sanken 2002/03 von 18,17 auf 17,18 Millionen Euro, die Betriebsleistung ging von 19,34 auf 19,16 Millionen Euro leicht zurück. Das Finanzergebnis verbesserte sich auf 281.500 (222.400) Euro, dafür fielen diesmal 277.200 Euro Ertragsteuern an, nach 695.300 Euro Steuergutschrift davor.

Deutsche Verhältnisse

In Deutschland, wo der feratel-Mitarbeiterstand bereits vor Monaten von 63 auf 42 reduziert worden war, ist nun eine weitere Halbierung auf 21 Leute erfolgt, wie Schröcksnadel am Freitag zur APA sagte. Die gesamte feratel-Gruppe zählt damit nur noch 101 Beschäftigte. Die massive Reduktion in Deutschland - abgegeben wurden etwa Randsektoren wie der Ticketbereich - erfolge aber vor dem Hintergrund relativ gleich bleibender oder leicht steigender Umsätze. Daher sei man mit dieser schlanken Struktur jetzt gut für die Zukunft aufgestellt. Feratel litt in in Deutschland vor allem unter den restriktiven Budgets der Tourismusverbände, die wiederum mit - sinkenden - Zahlungen seitens der Gemeinden und Länder konfrontiert sind.

Im Inland sei das in der Pyhrn-Priel-Region in Oberösterreich im Mai als Pilotprojekt erstmals eingesetzte Kundenkarten-System mit Siemens und Infineon als Partnern gut angelaufen. Feratel verfüge bereits über etliche Anfragen, die eine weitere Vermarktung ermöglichen sollen. Als nächstes soll das System in einer Region in Niederösterreich sowie in Vorarlberg zum Einsatz kommen. In Oberösterreich könnte die für den Sommer gedachte "All inclusive"-Karte, die zum Preis von rund 2 Euro täglich ein Bündel touristischer Leistungen bietet, auf den kommenden Winter ausgeweitet werden. Gespräche dazu laufen noch bis Herbst mit potenziellen Partnern. Für die Zukunft ist auch ein Bonuspunkte-System unter Einschluss von Gastronomie und Handel angedacht.

Osteuropa

Das Osteuropa-Geschäft von feratel läuft laut Schröcksnadel zufriedenstellend. Während in Kroatien, der Slowakei und Tschechien - wie auch in Österreich, Italien, Schweiz, Deutschland und Belgien - seit Jahren Live-Wetterpanorama-Kameras installiert sind, hat man zuletzt in Slowenien einen Auftrag zum Aufbau einer Vermieter- und Eventdatenbank sowie eines Informationssystems in den Julischen Alpen an Land ziehen können. Unmittelbar vor dem effektiven Markteintritt im Bereich Wetter-Panorama und Tourismus-Software steht man in Bulgarien, wo man schon länger über eine Beteiligung verfügt. In Ungarn sollen demnächst weitere Kamera-Standorte in Betrieb gehen. (APA)

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