Erhöhte Effizienz im Wald

10. Juli 2013, 19:00
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CO2 in der Atmosphäre lässt Pflanzen Wasser sparen - Forscher: "Wir haben nicht erwartet, dass das Ausmaß des Effekts derartig groß ist"

London - Der steigende Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre beeinflusst die Pflanzen: Sie werden in ihrem Wasserverbrauch effizienter. Das befähigt sie, schneller zu wachsen und mehr CO2 zu binden. Die Auswirkung, die Wissenschafter seit langem vorhersagen, konnte nun durch die Analyse von Messdaten aus den vergangenen 20 Jahren bestätigt werden.

Das Ergebnis überraschte dennoch: "Wir haben nicht erwartet, dass das Ausmaß des Effekts derartig groß ist", sagt der Erstautor der im Fachjournal "Nature" publizierten Studie, Trevor Keenan von der Harvard University. Die Effizienz erhöht sich stärker, als die Computermodelle vorhersagen. Die Universität in Cambridge verfügt über die längste Messreihe über Wasser- und CO2-Haushalt aus ihrem "Harvard Forest". Die erhöhte Effizienz der Pflanzen ergibt sich durch die Photosynthese. Um Kohlendioxid aufzunehmen, öffnen die Pflanzen kleinste Poren, sogenannte Stomata. Dabei entweicht Wasserdampf. Durch den erhöhten CO2-Gehalt der Luft müssen sich die Stomata weniger weit öffnen und weniger Wasser geht verloren.

Die Wälder profitieren vielleicht kurzfristig von dem Effekt, so die Forscher, das Gesamtbild bleibe aber düster: "Steigende globale Temperaturen und Veränderungen der Niederschlagsmuster werden in den kommenden Jahrzehnten sehr negative Auswirkungen für das Pflanzenwachstum in vielen Ökosystemen rund um den Globus haben", sagt Koautor Andrew Richardson. (pum, DER STANDARD, 11.7.2013)

  • Blick von einem Messturm auf das Blätterdach eines Waldes in Michigan.
    foto: chris vogel

    Blick von einem Messturm auf das Blätterdach eines Waldes in Michigan.

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