Exfreundin denunziert, selbst auf Anklagebank

10. Juli 2013, 18:54
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Betrugsprozess gegen WU-Lehrkräfte

Wien - Eigentlich wollte Hans H. seine Ex-Lebensgefährtin Claudia G. im Obsorgestreit in die Pfanne hauen und sie beim Familienministerium anzeigen, da sie die Zuverdienstgrenze beim Kindergeld überschritten haben soll. Blöd nur, dass die zuständige Beamtin zu recherchieren begann - und er selbst jetzt mit seiner Expartnerin vor Richterin Martina Krainz sitzt. Die Trickserei soll nämlich gewerbsmäßiger Betrug sein.

G. hatte eine Lehrverpflichtung an der WU. Als die gemeinsame Tochter kam, teilte sie sich den Job mit dem Kindesvater. Wobei die Angaben divergieren: "Sie ist im Hörsaal gestanden, ich habe mich um die Vor- und Nacharbeiten gekümmert", erzählt H., sein Honorar habe er ihr gegeben. Sonst weiß er zur Fassungslosigkeit der Richterin wenig: Er habe mit seiner Partnerin weder über das Kindergeld gesprochen, noch seinen WU-Arbeitsvertrag durchgelesen.

Auf unbestimmte Zeit vertag

Die Erstangeklagte erzählt anderes: Die Konstellation sei eher darauf ausgelegt gewesen, dass er sie vertritt, wenn sie durch die Kindererziehung verhindert ist. Gemacht habe er im Endeffekt aber nie etwas - was einen Scheinvertrag mit der WU nahelegt. Geld habe sie von ihm auch nie bekommen.

Um von einem Sachverständigen klären zu lassen, wie die Sache mit den Finanzen konkret aussieht, vertagt Krainz auf unbestimmte Zeit. (Michael Möseneder, DER STANDARD, 11.7.2013)

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