Rihanna: Eine singende Venus für die Generation Porno

10. Juli 2013, 17:46
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Die 25-jährige R-'n'-B-Sängerin aus Barbados gastierte in Wien

Wien - Im Opener Mother Mary beschwört R-'n'-B-Superstar Rihanna zunächst die Monroe und James Dean - kniend zu Füßen zweier antikisierender Statuen, vielleicht Maria und Venus. Sie alle sollen die zweistündige Apotheose der 25-Jährigen zur Sexgöttin absegnen, die im Rahmen der Diamonds-Tour in der Stadthalle inszeniert wird. Unapologetic heißt das dazugehörige Album.

Am Ende sollten sowohl humanistische Nüchternheit als auch Glamour verflogen sein, sollten Laserstrahlen die Ausdünstungen der Publikumsmassen beleuchten. Zuvor jedoch zieht sich Rihanna fünfmal um und fordert gefühlte 69-mal "Come on". Nicht nur im Glitzerkleid, sondern auch in Abendrobe und in einer Mixtur aus Rennanzug und Korsett vollführt die Sängerin ihren Ritt von Höhepunkt zu Höhepunkt.

Einen wichtigen Bildungsauftrag sieht diese moderne Venus offenbar darin, ihren Fans den Weg zum entsprechend benannten Hügel zu weisen. Die riesigen Videowalls helfen, entsprechende Gesten zu entschlüsseln.

Neben der geballten Körperlichkeit, die einem Rihanna unter die Nase reibt, gibt es dann auch noch Musik. Zwischen großen, schweren Hip-Hop- und Dubstep-Beats, karibischen Rhythmen und poppigem Techno bewegen sich die Stücke, die von einer vierköpfigen Band abgespult werden. Bei einzelnen Balladen darf das Hauptthema zugunsten feingliedrigerer Töne momenteweise ein bisschen in den Hintergrund rücken.

Dass in der Körperlichkeit ein Schlüssel zum guten Leben liege, ist eine ehrenwerte Auffassung, und die Diamonds-Show könnte ein zeitgemäßes Spiel mit Klischees sein. Solcher Optimismus wurde allerdings mehr als einmal von der Zeitdiagnose "oversexed and underfucked" überstrahlt, die imaginär über allem aufblinkte. (Roman Gerold, DER STANDARD, 11.7.2013)

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    Rihanna am 9. Juli bei ihrem Konzert in Wien.

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