Französischer Lehrer wegen Erpressung von Eltern verurteilt

10. Juli 2013, 17:09
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Schüler hatte Kugel aus Alu-Papier auf Pädagogen geworfen

Paris - Weil er nach einem Schülerstreich die Eltern eines Buben um 7.500 Euro erpresste, ist ein französischer Lehrer zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Ein Gericht in Avesnes-sur-Helpe in Nordfrankreich verhängte am Mittwoch zudem ein zweijähriges Berufsverbot gegen den 54-jährigen Berufsschullehrer. Er muss rund 4.000 Euro Schadenersatz zahlen. Der Lehrer wollte das Urteil nicht kommentieren, sein Anwalt kündigte Berufung an.

Lehrer forderte nach Streich Schmerzensgeld

Der 18-jährige Schüler einer Berufsschul-Abschlussklasse hatte vor rund eineinhalb Jahren eine Kugel aus zusammengeknülltem Aluminiumpapier, größer als ein Tennisball, auf den Lehrer geworfen. Dieser wurde daraufhin drei Tage krank geschrieben. Ein halbes Jahr später forderte der Lehrer von den Eltern 7.500 Euro Schmerzensgeld. Die Eltern, die nur über ein geringes Einkommen verfügen, unterschrieben eine "Entschädigungsvereinbarung", der Lehrer verzichtete im Gegenzug auf rechtliche Schritte.

Die Eltern zahlten das Geld vor allem in der Hoffnung, dass der Vorfall keine Konsequenzen für ihren Buben haben würde - und waren höchst erstaunt, als dieser dann im Jänner von der Schule flog. Der 18-Jährige hatte vor einem Disziplinarausschuss der Schule den Wurf mit der Aluminiumpapier-Kugel zugegeben. Erst nach dem Rauswurf wurde die "Entschädigungsvereinbarung" zwischen Eltern und Lehrer bekannt.

Gericht: Forderung überzogen

Der Lehrer habe die unter Druck stehenden Eltern erpresst, urteilte das Gericht nun. "Diese beiden Eltern leben nur für ihr Kind und waren gezwungen, das Geld zu zahlen." Die Forderung nach 7.500 Euro sei zudem "vollkommen überzogen" gewesen. (APA, 210.7.2013)

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