Bluttat in russischer Stadt lässt ethnischen Streit eskalieren

10. Juli 2013, 15:57
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Aussiedlung von Zuwanderern aus früherem Bürgerkriegsgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus gefordert

Moskau - Nach einem tödlichen Messerstreit in einer russischen Kleinstadt hat die Polizei nur mit Mühe eine aufgebrachte Menge vom Sturm auf die kaukasische Minderheit abgehalten. Aus Wut forderten Hunderte slawischstämmige Einwohner in Pugatschjow die Aussiedlung von Zuwanderern aus dem früheren Bürgerkriegsgebiet Tschetschenien im Nordkaukasus. Ein 16-jähriger Tschetschene hatte im Streit einen vier Jahre älteren Soldaten erstochen. Einheimische und zugezogene Kaukasier lieferten sich daraufhin eine Massenprügelei.

Beamte der Migrationsbehörde kontrollierten am Mittwoch in der Stadt im Wolgagebiet Saratow die Aufenthaltsgenehmigungen der Gastarbeiter. Die Verwaltung verhängte ein Alkoholverbot. Bürgerrechtler warnten, der Konflikt könne auch auf andere Teile des Riesenreichs übergreifen, und riefen die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Die Bluttat sei nicht ethnisch motiviert gewesen, sagte Michail Fedotow, der Chef des Kreml-Menschenrechtsrates. Es habe sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt.

Im Vielvölkerstaat Russland kommt es immer wieder zu blutigen ethnischen Konflikten. Nachdem ein Kaukasier im Dezember 2010 in Moskau im Streit einen Fußballfan erstochen hatte, machten Tausende Rechtsradikale und Hooligans im Zentrum Jagd auf Migranten. (APA, 10.7.2013)

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