Salzburg setzt auf Kontinuität

10. Juli 2013, 15:58
144 Postings

Kampf ums Leiberl entbrannt - Mittelfeldspieler könnten wegen "Überangebots" noch abgegeben werden

Red Bull Salzburg tauscht in dieser Sommerpause weder den Trainer noch die halbe Mannschaft aus. Böse Zungen nennen das ein revolutionäres Umdenken beim Budgetkrösus. Am Donnerstagabend testet der Vizemeister um 19.30 Uhr gegen Schalke 04, 12.000 Karten waren Mittwochnachmittag bereits weg. Am Sonntag beginnt im ÖFB-Cup gegen St. Florian der Ernst der Saison.

Der Kader ist gut gefüllt: Mehr als ein Dutzend Akteure stehen RBS allein im Mittelfeld zur Verfügung. "Es gibt ein kleines Überangebot, allerdings wird die Zeit entscheiden, in welche Richtung es für den einen oder anderen geht", erklärte Trainer Roger Schmidt am Mittwoch. Einer der Angesprochenen ist der zuletzt an Dynamo Moskau verliehene Jakob Jantscher. "Solange er Spieler von Red Bull ist, trainiert er bei uns. Er macht einen guten Eindruck, einen besseren als im Vorjahr. Ich erwarte von ihm, dass er sich voll einbringt. Wenn er besser ist als die anderen, wird er auch spielen", versicherte Schmidt.

Bis Transferschluss am 31. August könnten jedenfalls noch Spieler abgegeben werden. Christoph Leitgeb ist keiner davon. Der 28-Jährige hat seinen Vertrag in Salzburg bis Sommer 2015 verlängert. "Die Zeiten, dass er fix von Anfang an dabei ist, sind aber vorbei", erinnerte Schmidt. "Die Konkurrenzsituation im Kader ist sehr hoch."

Abwarten in der Innenverteidigung

Handlungsbedarf könnte dennoch in der Innenverteidigung bestehen. Wegen Verletzungen von Isaac Vorsah (Kreuzbandriss), Rodnei (Leisten-OP) und Franz Schiemer (eingeklemmter Nerv im Beckenbereich) haben zuletzt die Youngsters Martin Hinteregger und der vom Satellitenclub Liefering beförderte Andre Ramalho Spielpraxis gesammelt.  Letzteren sieht Sportdirektor Ralf Rangnick eher im defensiven Mittelfeld. Ibrahim Sekagya verlässt die Salzburger. Das Abschiedsspiel gegen Schalke verpasst er, weil er mit einem potenziellen neuen Verein spricht.

"Es gibt Kandidaten", sagte Schmidt über einen möglichen neuen Abwehrchef. "Aber wir wollen noch warten, wie lange Schiemer und Rodnei ausfallen. Wenn beide wieder dabei sind, sind wir auf der Position gut besetzt." Schiemer hat bereits mit dem Lauftraining begonnen, Rodnei wird demnächst aus Brasilien erwartet.

Gezielte Verstärkungen

In vergangenen Jahren waren noch zu Transferschluss Millionen investiert worden. Diesmal gaben sich die Salzburger mit der Verpflichtung des ungarischen Torhüters Peter Gulacsi sowie des peruanischen Angreifers Yordy Reyna zufrieden. Dazu kehrte neben Jantscher auch Marco Meilinger (SV Ried) von einer Leihe zurück. "Die Integration der Neuen ist sehr gut verlaufen, das ist bei uns aber auch sehr einfach", meinte Schmidt.

Vor allem von Reyna verspricht man sich viel. Der 19-Jährige dürfte vorerst rechts im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kommen. "Er ist ein sehr guter Spieler, der optimal zu unserem Spielsystem passt", versicherte Schmidt. Gegen Schalke wird noch einmal daran gefeilt. Schmidt nimmt den Test ernst. "Es ist hinsichtlich der internationalen Aufgaben interessant, ob wir auch gegen einen solchen Gegner dominant sein können." 

Die arrivierten Spieler schätzen die neue Kontinuität. Schiemer: "Es war alles andere als einfach, wenn jedes Mal viele neue Spieler dazugekommen sind. Heuer sieht man, dass wir eine richtig verschworene Einheit sind." Die Basis dazu habe man im Vorjahr gelegt. "Man merkt, dass wir auf der Arbeit aufbauen, dass wir unseren Spielstil verfeinern", erklärte Schiemer. "Wichtig wird der Start, den wir im Vorjahr verschlafen haben. Wir wollen 100 Prozent vorbereitet in die Champions-League-Qualifikation gehen." (APA/red, derStandard.at, 10.7.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kein neues Gesicht: Roger Schmidt wird wieder versuchen, Salzburg zum Meistertitel zu dirigieren.

Share if you care.