US-Forscherin: Östrogen verringert Stress

13. Juli 2013, 16:30
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Rattenversuche deuten darauf hin, dass weibliches Sexualhormon entlastende Wirkung hat

Columbus - US-Forscher sind nach einer Reihe von Tierversuchen zum Befund gekommen, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen dabei hilft, mit belastenden Situationen fertig zu werden. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher von der Universität von Buffalo, Ohio, in der Fachzeitschrift "Molecular Psychiatry".

In ihren Versuchen ließ das Team um Forschungsleiterin Zhen Yan Ratten Aufgaben wie das Erkennen von Objekten bewältigen. Dabei maßen sie die Gedächtnisleistung der Tiere unter sich verändernden Rahmenbedingungen. Als Stressfaktor wurde eingeführt, dass man die Tiere wiederholt für kurze Zeit einsperrte.

Klarer Kopf trotz Stress

Es zeigte sich, dass die weiblichen Tiere Stresssituationen deutlich besser bewältigten als die Männchen. Junge Weibchen, die über einen Zeitraum von einer Woche hinweg immer wieder eingesperrt wurden, waren weiterhin in der Lage, Objekte zu erkennen, die ihnen kurz zuvor gezeigt worden waren. Das Kurzzeitgedächtnis der jungen Männchen war dagegen erheblich beeinträchtigt.

Da sich das stressresistente Verhalten auch bei solchen weiblichen Ratten zeigte, denen die Eierstöcke entfernt worden waren, nahmen die Forscher an, dass es das im Gehirn produzierte Östrogen ist, das gegen den Stress schützt. Dies wurde dem Bericht zufolge durch weitere Experimente bestätigt. Demnach geht der positive Effekt gegen Stress von dem Östrogen aus, das vom im Gehirn sitzenden Enzym Aromatase ausgeschüttet wird.

Manipulation des Hormonlevels zeigt Wirkung

Östrogen kommt auch im männlichen Organismus vor - allerdings in weitaus geringeren Mengen als im weiblichen. Indem sie nun die Menge des im Gehirn ausgeschütteten Östrogens sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Ratten manipulierten, konnten die Forscher nach eigenen Angaben feststellen, dass sich das Stressverhalten bei beiden Geschlechtern änderte.

"Wenn die Östrogen-Signale im Hirn der Weibchen blockiert wurden, zeigte der Stress bei ihnen schädliche Wirkungen", sagte Forschungsleiterin Zhen Yan. Umgekehrt seien bei den Männchen nach Aktivierung der Östrogen-Signale keine schädlichen Effekte des Stresses mehr aufgetreten. (APA/red, derStandard.at, 13. 7. 2013)

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