Spieler klagen eSport-Liga: Anticheat-Tool fungierte als Bitcoin-Miner

10. Juli 2013, 12:57
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Programm soll auch Schäden an Grafikkarten verursacht haben

Die E-Sports Entertainment Association (ESEA), eine populäre E-Sport-Liga, sieht sich einer Sammelklage verärgerter Spieler ausgesetzt. Denn im Anticheat-Tool, das Profispieler von "Counter-Strike" verpflichtend einsetzen müssen, wurde ein Bitcoin-Miner entdeckt.

Ein Bitcoin-Miner nutzt vor allem die Rechenkapazitäten der Grafikkarte, um bestimmte, komplexe Aufgabenstellungen zu lösen. Im Gegenzug werden Bitcoins ausgeschüttet. Die Kläger bringen die ESEA nun in San Francisco vor Gericht, weil dieses Tool zu Beschädigungen an Hardware und erhöhten Stromrechnungen geführt haben soll, wie Wired berichtet.

Mitarbeiter implementiert Miner in Update

Dabei hat alles noch harmlos angefangen. Im Frühjahr war noch von einem Aprilscherz die Rede, hatte das Unternehmen doch in der Tat öffentlich mit der Idee gespielt, einen Bitcoin-Miner als optionales Feature in die Software zu integrieren.

Dann, so ESEA, hatte allerdings ein Mitarbeiter die Dinge selbst in die Hand genommen und die Implementation ohne Wissen seines Arbeitgebers durchgeführt. Das Update der Anticheat-Software, in welchem der Miner enthalten war, soll auf bis zu 14.000 Rechnern installiert worden sein. Das versteckte Tool war so konfiguriert, dass erfolgreiche Miningvorgänge Bitcoins in die digitale Brieftasche eben jenes Mitarbeiter spülten.

ESEA startet Entschädigungsprogramm

Bis dato soll ihm dies 30 BTC eingebracht haben, nach aktuellem Kurs entspricht dies einem Gegenwert von über 1.800 Euro – und seine Kündigung. Man habe sich mittlerweile von der Person getrennt und werde Rechtsmittel ergreifen, lässt die Liga wissen.

Betroffenen ist man mit einem Entschädigungsprogramm entgegen gekommen, 275 Personen, die ihren Schaden nachweisen konnten, wurden mittlerweile ausbezahlt. 15 Fälle sind noch offen. Über die Höhe des Kostenersatzes macht die ESEA keine Angaben, spricht aber von "sehr vernünftigen" angeboten.

Findige User haben den Urheber des geheimen Bitcoin-Miners mittlerweile ausfindig gemacht. Er trägt den Vornamen Sean und verkehrte unter dem Spielernamen "JaguaR". (red, derStandard.at, 10.07.2013)

  • Die Computer von "Counter-Strike"-Spielers wurden als Bitcoin-Gräber missbraucht.
    foto: valve

    Die Computer von "Counter-Strike"-Spielers wurden als Bitcoin-Gräber missbraucht.

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