Unirats-Vorsitzender Busek "in höchstem Maße entrüstet"

10. Juli 2013, 10:43
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Unirats-Vorsitzender Erhard Busek bemängelt "Fehlen jeglicher sachlicher Diskussion" - "Durchgehend schwerwiegende" Bedenken in Fachkreisen

Linz/Wien - Kurz bevor die Hochschulkonferenz heute, Mittwoch, zusammentritt, um über die Pläne zur Medizin-Fakultät Linz zu beraten, übt der Universitätsrat-Vorsitzende der Medizinischen Universität Wien, Erhard Busek, harsche Kritik an dem Vorhaben. "Wir bedauern nicht nur das Fehlen jeglicher sachlicher Diskussion über einen künftigen Medizinischen Universitätsstandort Linz, wir sind darüber vielmehr in höchstem Maße entrüstet", so Busek in einer Aussendung.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) hatte im Vorfeld angekündigt, dem umstrittenen Projekt die Zustimmung zu verwehren, wenn sich die Hochschulkonferenz heute einstimmig ablehnend gibt.

"Niemand braucht das"

Alle Entscheidungen des Bundes in dieser Angelegenheit seien auf rein politischer Ebene, durch den Druck oberösterreichischer Minister und der nahenden Nationalratswahlen, gefallen, heißt es in der Aussendung. Aus Fachkreisen gebe es "durchgehend schwerwiegende" Bedenken, "sowohl vom Österreichischen Wissenschaftsrat, vom Rat für Forschung und Technologieentwicklung, von der Universitätenkonferenz, als auch von zahlreichen anderen Gremien oder Institutionen", so Busek.

Auch der am vergangenen Freitag beschlossene Novellierung des Universitätsgesetzes 2002 kann der Universitätsrat der Medizin-Uni Wien nichts abgewinnen. Busek sieht sie durch die Pläne zur Linzer Medizin-Fakultät motiviert: "Niemand braucht das, da die Universitäten jetzt schon im Rahmen ihrer Autonomie freie Hand in der Errichtung von Fakultäten oder anderer Organisationseinheiten haben." Die Novelle sei wohl eher als "Erleichterung" für die Errichtung einer Medizinischen Fakultät an der Universität Linz gedacht gewesen. (APA, 10.7.2013)

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