Chef von Barnes & Nobles geht

10. Juli 2013, 07:53
posten

Ausflug ins E-Book-Geschäft endete mit großem Verlust

 Es war ein Versuch - und dieser missglückte. Der Vorstoß in das boomende Geschäft mit Tabletcomputern brachte der US-Buchhandelskette Barnes & Noble kein Glück. Jetzt nimmt der Chef des größten US-Buchhändlers, William Lynch, seinen Hut. Er scheidet mit sofortiger Wirkung aus dem Unternehmen aus. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Nook

Das Geschäft von Barnes & Noble leidet unter dem Wandel hin zu elektronischen Büchern und der massiven Konkurrenz des Onlinehändlers Amazon. Mit einem eigenen Tabletcomputer unter der Marke Nook setzte Barnes & Noble zu einem Befreiungsschlag an - und scheiterte. Der Umsatz schrumpfte und die Verluste stiegen zuletzt deutlich. Im abgelaufenen Fiskaljahr (per 27. April) hat Barnes & Noble nach eigenen Angaben 475 Millionen Dollar (369 Mio. Euro) mit dem Nook verloren. Es gab mehrere Preissenkungen, und der Konzern akzeptierte Rückgaben von Händlern, die auf den Geräten sitzen blieben. Im vierten Quartal sank der Umsatz unerwartet deutlich um 7,4 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar. Unter dem Strich stand ein Verlust von knapp 120 Millionen Dollar. Der Buchhändler kündigte daraufhin Ende Juni an, keine Tablets mehr bauen zu lassen.

Die einst zweitgrößte US-Buchhandelskette Borders ist 2011 pleitegegangen

Durch den Abgang des Firmenlenkers steht die Frage im Raum, wie es mit der Buchkette weitergeht. Gründer und Verwaltungsratschef Leonard Riggio wollte zwischenzeitlich das Filialgeschäft zurückkaufen. An der Nook-Sparte mit elektronischen Büchern und Lesegeräten ist der Softwarekonzern Microsoft beteiligt. Die einst zweitgrößte US-Buchhandelskette Borders ist 2011 pleitegegangen. (dpa, bpf)

Share if you care.