Alpine-Tochter verärgert mit Dumpingpreisen

9. Juli 2013, 17:52
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"Hat mit Konkurrenzkampf nichts mehr zu tun"

Wien - Mitten in der Konkursabwicklung der Alpine setzt ihre Tochter, die steirische Klöcher Bau, offenbar die Politik der Mutter fort: "Sie bietet extrem unterpreisig" an, ärgern sich Mitbewerber. Das heißt, sie bietet zu Preisen an, die für die Firma nicht kostendeckend sind und - siehe Alpine - in die Insolvenz führen können.

Dem Standard liegen als Beispiele zwei aktuelle Angebote für Straßenbauten in der Steiermark vor. Das Land als Auftraggeber gab als Zuschlagkriterium den niedrigsten Preis an. Klöcher Bau als Erstgereihter der Ausschreibung und damit Billigstbieter lässt nicht nur die großen Baufirmen wie Strabag hinter sich, sondern auch mit Abstand die lokale Konkurrenz. "Wenn jemand vier oder fünf Prozent bei den Angeboten auseinanderliegt, ist das okay, aber wenn die Differenz 20 Prozent und mehr beträgt, ist das absurd und hat mit Konkurrenzkampf nichts mehr zu tun", ärgert sich ein Mitbewerber. Da seien die Verluste vorprogrammiert.

Weiterbauen

In jüngster Vergangenheit, als sich ein Ende der Alpine schon abzeichnete, habe statt der Mutter häufig ihre solvente Tochter angeboten, die auch jetzt weiterhin bauen kann. Die Salzburger Baugesellschaft Hinteregger will u. a. alle Alpine-Baustellen in der Steiermark und auch Klöcher übernehmen. Da Klöcher wie auch Konrad Beyer & Co Spezialbau solvent sind, kann diese der Masseverwalter am freien Markt zum Kauf ausschreiben. Interessant an Klöcher sind offenbar dessen Beteiligungen an Mischanlagen.

Hinteregger wäre bereit, auch alle rund 500 Alpine-Mitarbeiter in der Steiermark zu übernehmen, allerdings nur dann, wenn er auch die Baustellen, auf denen die Mitarbeiter tätig sind, bekäme.

Mittlerweile gibt es drei Folgekonkurse von Zulieferbetrieben der Alpine: das Hallen- und Metallbauunternehmen Hasler Industriebau mit Sitz in Tresdorf (Bezirk Korneuburg). 23 Arbeitnehmer sind betroffen. Die Firma Reitermayer aus Stockerau mit 15 Mitarbeitern, die Fenster und Sonnenschutzanlagen einbaute. Und die oberösterreichische Firma Schnell-Estrich und -Putz aus Raab mit 14 Beschäftigten. (Claudia Ruff, DER STANDARD, 10.7.2013)

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    grafik: der standard
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