Der Lauf der deutschen Fußballerinnen

9. Juli 2013, 19:02
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Bei der Fußball-EM der Frauen in Schweden strebt Deutschland den sechsten Titel in Folge an, Österreich muss zuschauen

Göteborg - Der zweite Platz wäre schon eine Enttäuschung. Es wäre die fünfte Titelverteidigung in Folge, würde sich Deutschland bei der am Mittwoch beginnenden EM in Schweden den Pokal holen. Die Erwartungen beim Nachbarn sind traditionsgemäß groß, die letzte EM-Niederlage kassierte das DFB-Team 1993 im Spiel um Platz drei gegen Dänemark. "Die anderen Länder haben keinen Bock mehr, dass wir immer gewinnen", sagt die Trainerin der Deutschen, Silvia Neid - und hat wohl recht damit.

Gastgeber Schweden hofft, mit den Fans im Rücken und unter Pia Sundhage, die im Vorjahr nach ihrer Zeit als US-Cheftrainerin in ihre Heimat zurückgekehrt ist, auf den ersten Titel seit der Premieren-EM 1984, die ebenfalls in Schweden ausgetragen wurde. Neben Deutschland und Gastgeber Schweden zählt auch Frankreich zum Kreis der Titelanwärter. "Wir haben die Chance, die EM zu gewinnen", sagt der Star der Equipe Tricolore, Camille Abily von Olympique Lyon. Vor einem Duell mit Deutschland habe man jedenfalls keine Angst mehr.

Aderlass

Das DFB-Team hält mit insgesamt sieben EM-Titeln den Rekord, muss in Schweden aber sechs Stammkräfte verletzungsbedingt vorgeben. Dennoch glaubt man in Deutschland fest an einen Erfolg - auch weil man nach der verpatzten WM 2011 Wiedergutmachung leisten will. Da scheiterte Deutschland als gastgebende Mannschaft schon im Viertelfinale am späteren Weltmeister Japan. Um den Siegeswillen auch nach außen zu dokumentieren, tragen Spielerinnen und Betreuer ein Armband mit der schwedischen Aufschrift "Laganda 008" ("Teamgeist 008"). Die Acht steht für den möglichen achten EM-Erfolg.

Wie schon 2009 nehmen heuer zwölf Mannschaften an der Endrunde teil. Deutschland bekommt es in Gruppe B mit den Niederlanden, Norwegen und Island zu tun. In Gruppe A trifft Italien im heutigen Eröffnungsspiel auf Finnland (18 Uhr), Schweden auf Dänemark (20.30 Uhr). Die Gruppe C bilden Frankreich, Russland, England und Spanien.

ÖFB relativ knapp dran

Die elfte EM der Frauen ist auch die elfte ohne österreichische Beteiligung. Das ÖFB-Team unterlag als Gruppenzweiter Russland im Playoff. 2009 war man bereits in der zweiten Qualifikationsrunde gescheitert. Davor benötigte Österreich, das erstmals 1997 an einem Qualifikationsturnier teilnahm, drei Anläufe, um von der Gruppe B in die Gruppe A aufzusteigen. Denn nur Gruppe-A-Teilnehmer konnten sich für eine Endrunde qualifizieren.

Wenn schon Österreich nicht bei der EM, dann halt die EM in Österreich - der ÖFB überlegt, sich als Veranstalter der Frauen-EM 2017 zu bewerben. Die Entscheidung über eine Kandidatur wird aber erst zu Jahresende fallen, wenn die Bewerbungsunterlagen vorliegen. Neben Österreich sollen auch die Schweiz, Frankreich, Israel, die Niederlande, Polen und Schottland an der Organisation des Turniers interessiert sein.

Die EM in Wien

In den Wiener Lokalen Fluc und Hawidere kann die EM in Schweden live verfolgt werden. Damit will die "Sportalternative" dem Frauenfußball zu einem höheren Stellenwert verhelfen. "Sport ist nach wie vor eine Männerdomäne. Weit mehr als 70 Prozent der Fördermittel fließen in den Männersport, Österreichs Sportgremien sind zu mehr als 80 Prozent mit Männern besetzt, 95 Prozent der Verbandstrainer sind männlich", sagt Martina Wurzer, Frauensprecherin der Grünen Wien, die das Public-Viewing-Projekt unterstützen. (APA, sid, pfa - DER STANDARD, 10.7. 2013)

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    EM 2009, Helsinki: Deutschland bejubelt einen 6:2-Finalsieg über England und den fünften EM-Titel en suite.

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