Türkische Regierung lässt Ramadan im Gezi-Park feiern

10. Juli 2013, 11:37
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Polizei geht erstmals gegen Mitglieder der Taksim-Solidarität vor

Istanbul - Gouverneur und Bürgermeister der konservativ-islamischen Regierungspartei haben in Istanbuls umkämpftem Gezi-Park Tische für 1500 Gäste aufstellen lassen, die jeden Abend das Fastenbrechen feiern sollen. Der Ramadan begann in der Nacht zum Dienstag. Mit der Aktion will die Regierung offenbar die Protestbewegung gegen Premier Tayyip Erdogan vom Park fernhalten.

Seit der gewaltsamen Räumung des Parks im Zentrum auf der europäischen Seite von Istanbul sichern Tausende von Polizisten in Kampfausrüstung, aber auch in Zivilkleidung das Areal ab. Erstmals seit Beginn der Proteste gegen die als autoritär empfundene türkische Regierung verhaftete die Polizei Mitglieder der Taksim-Solidarität, einer losen Vereinigung von Aktivisten, die mit Erfolg für den Erhalt des Gezi-Parks am Taksim-Platz gekämpft haben.

Fokus auf Ägypten

Unter den Montagabend Festgenommenen war auch der Präsident der Istanbuler Ärztekammer, der öffentlich immer wieder die Gewalttätigkeit der Polizei angeprangert hatte. Die Regierung und die mit ihr verbundenen Medien beschäftigen die Öffentlichkeit aber seit Tagen fast ausschließlich mit dem Putsch in Ägypten. Der Westen wolle eine Regierung, die er kontrollieren kann, schrieb Yalçin Akdogan, der Chefberater des Premiers. (mab, DER STANDARD, 10.7.2013

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