Funde aus Wikingerzeit belegen Wahrheitsgehalt von Sagas

10. Juli 2013, 12:18
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Forscher finden Hinweise auf Existenz eines ehemaligen Handelszentrums

Trondheim - Norwegische Archäologen haben nach eigener Aussage entscheidende Hinweise auf einen Handelsplatz entdeckt, von dessen Existenz in Sagas aus der Wikingerzeit berichtet wird. In der mittelnorwegischen Provinz Nord-Trøndelag soll es im 10. oder 11. Jahrhundert im Raum der heutigen Stadt Steinkjer ein Handelszentrum gegeben haben. Dieses soll für einige Zeit bedeutender als das bekannte Nidaros - das heutige Trondheim - gewesen sein. Archäologische Belege dafür fehlten bislang jedoch.

Doch nun brachten Archäologen um Geir Gronnesby vom Museum der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie bei einer Routine-Grabung an einer Autobahn Waagschalen ans Tageslicht - und einen Knopf aus Silberfäden, der wohl aus Großbritannien stammt. "Wir haben sie in Boot-Gräbern der Wikinger gefunden", sagte Gronnesby über die Entdeckung.

Doch kein Mythos

Die Waagschalen sind schon von ihrer Funktion her ein Indiz für Handel. Die Art, in der sie gefertigt wurden, spricht zudem ebenso wie im Fall des Silberknopfs für eine Herkunft aus dem Westen. Dazu kommen weitere Fundstücke wie Schmuck und Schwerter, die den Forscher zufolge in ihrer Masse belegen, dass der vergessene Handelsplatz der Wikinger kein Mythos ist.

"Wir sind jetzt ziemlich sicher, dass es diesen Ort wirklich gegeben hat", sagt Gronnesby. Den exakten Ort kennt man allerdings noch nicht. Für seine Bestimmung muss unter anderem in Erwägung gezogen werden, dass der Meeresspiegel in dieser Region vor 1.000 Jahren deutlich höher gelegen hat. Die Forscher vermuten den ehemaligen Handelsplatz unter der Kirche des heutigen Steinkjer, der Hauptstadt Nord-Trøndelags. (APA/red, derStandard.at, 10. 7. 2013)

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