Gasproms Exportmonopol soll fallen

9. Juli 2013, 17:46
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Rosneft hofft auf Verkauf von Flüssiggas in Asien

Moskau - Gasprom wird sein Monopol auf den Gasexport bis zum Jahresende verlieren, kündigte Russlands Energieminister Alexander Nowak an. Ein Gesetz, das es auch anderen Gasproduzenten erlaubt, den Rohstoff über LNG-Terminals zu verschiffen, soll demnächst innerhalb der Regierung abgestimmt und dann in die Duma eingebracht werden. "Wir erwarten, dass das neue Gesetz im Herbst verabschiedet wird und zum 1. Jänner 2014 in Kraft tritt", sagte Nowak in einem Interview mit der russischen Tageszeitung Kommersant. Bis 2020 wolle Russland 35 bis 40 Millionen Tonnen Flüssiggas - etwa zehn Prozent des Weltmarkts - exportieren.

Von der Liberalisierung können nur wenige Konzerne profitieren: Das vor allem nach Europa gut ausgebaute Pipelinenetz bleibt in der Hand von Gasprom. LNG-Anlagen zur Verflüssigung von Erdgas sind teuer und rentieren sich nur für die Besitzer großer Lagerstätten. Derzeit gibt es in Russland nur auf der Fernostinsel Sachalin ein LNG-Terminal.

Sechs Terminals im Bau

Geplant sind sechs weitere Anlagen. Drei davon will Gasprom selbst bauen, daneben sollen Terminals in der nordrussischen Republik Komi, auf der sibirischen Jamal-Halbinsel und noch ein Terminal auf Sachalin entstehen. Für die beiden letztgenannten Projekte wurden im Juni auf dem Petersburger Wirtschaftsforum lukrative Exportverträge geschlossen. Das LNG-Terminal auf Jamal wird vom Gasförderer Novatek realisiert, an dem Milliardär Gennadi Timtschenko - dem Vernehmen nach ein guter Bekannter Wladimir Putins - beteiligt ist.

Auf Sachalin ist Rosneft aktiv. Der staatliche Ölkonzern wird vom Putin-Vertrauten Igor Setschin geführt. Setschin zielt bei den Flüssiggasexporten vor allem auf den asiatischen Markt. Japan und China sind potenzielle Abnehmer.

Rosneft ist in Asien schon stark vertreten. Erst kürzlich konnte der Konzern einen Vertrag über die Lieferung von 365 Millionen Tonnen Erdöl nach China abschließen - bei einer Vorauszahlung von umgerechnet 54 Milliarden Euro. Die nun forcierte Liberalisierung des Gasmarkts führen viele Experten auf den direkten Einfluss Setschins zurück, der Gasprom Konkurrenz machen will. (ab, DER STANDARD, 10.7.2013)

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