Wie Hans Niessl in eine Anwaltsrechnung kam

9. Juli 2013, 17:44
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"Leider ein Schreibfehler"

Eisenstadt - Der April war für die Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger und Partner besonders arbeitsreich. Immerhin galt es, der Energie Burgenland advokatorisch beizustehen beim Aufarbeiten der mutmaßlichen Malversationen im - in sie hineinfusionierten - Gasversorger Begas. Da könnten abrechnungstechnisch, so Gabriel Lansky zum STANDARD, schon "ein paar Zeilen hineinrutschen".

Dummerweise auch eine - gleich zu Beginn der 165.950 Euro schweren April-Honorarnote 13/1047 -, die eine "Besprechung mit Ronny Twitter + 1 Person" in Rechnung stellte. Die Energie Burgenland fragte da nach, die Kanzlei machte den Ronny Twitter als "leider ein Schreibfehler" geltend und stellte richtig, dieser Twitter sei "Mag. Ronald Reiter", Büroleiter von Landeshauptmann Hans Niessl. Was dann aber erst recht überraschte. Niessl hatte ja stets betont, wie sehr er von der Begas nichts habe wissen können, da die ja im Eigentum der gasversorgten Gemeinden, nicht in dem des Landes gestanden sei.

Reiter dementierte denn auch umgehend: "Es hat nie ein Recherche-Gespräch dazu gegeben." Lansky bestätigte. "Wir sind ja auch in anderen Angelegenheiten fürs Land tätig, da ist in der Abrechnung diese eine Zeile hineingerutscht." Die Energie Burgenland, so ihr Sprecher Gerhard Altmann, habe sie wieder herausreklamiert. "Die Honorarnote wurde bezahlt, aber ohne diesen Posten."

Womit die am 28. Mai schon korrigierte April-Rechnung vom 10. Mai wieder korrigiert wurde. Dieser Korrektur vom 28. Mai lag nämlich ein Brief bei, in dem Lansky festgehalten hat: "Herr Ronald Reiter hatte für den Landeshauptmann eine kurze Zusammenfassung der zu diesem Zeitpunkt neu aufgekommenen Causa Ortner (der Tiroler Unternehmer erstattete Selbstanzeige wegen Zahlungen an Ex-Begas-Chef Simandl; Anm.) erhalten." (wei, DER STANDARD, 10.7.2013)

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    Hans Niessl hat von der Begas nichts wissen können.

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