Kunstvoll hackeln für die Zukunft

9. Juli 2013, 17:00
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"A Future Archeology" heißt ein Projekt, das bei Impulstanz zu Gast ist und bei dem der öffentliche Raum als Baustelle für ein neues Verständnis von Gemeinschaft und Zusammenkommen genutzt wird

"Zukunftsarchäologie" ist der Versuch, in verschiedenen Gesellschaften gewachsene Zustände noch einmal anders freizulegen, als das die zuständige Wissenschaft tut. Und aus diesen "Ausgrabungen" Möglichkeiten für Veränderungen zu entdecken, die auch unseren Kindern noch eine lebenswerte Welt versprechen.

Das zwischen Kunst und Forschung angesiedelte Projekt A Future Archeology macht vom 15. Juli bis zum 11. August auf seinem Weg von Berlin nach Kairo bei Impulstanz Station. Die Idee der In­itiatoren, Peter Stamer und Silke Bake aus Berlin sowie Adham Hafez und Ismail Fayed aus Kairo, ist so einfach wie brisant: Wie kann aus einem gemeinsamen Bauen an diversen Unterkünften ein neues Verstehen zwischen Gemeinschaften entwickelt werden?

Das klingt wie die Umkehrung der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel. Dort zerstört der liebe Gott eine Arbeitsgemeinschaft, indem er ihre gemeinsame Sprache aufhebt. Zur Future Archeology kommen Kunstschaffende, um im Arbeiten zu gemeinsamen Sprachen zu finden. Eine normale Baustelle wird das nicht. Denn hier kommt man nicht zusammen, um zu bauen – sondern baut, um zusammenzukommen. So geraten Bau und Archäologie einander nicht ins Gehege, sondern bedingen sich gegenseitig.

Die Future Archeology umfasst vier Forschungsprojekte, die anstelle der früheren Coaching Projects bei Impulstanz nun als Testfelder mit den Eigenschaften von Workshops funktionieren. Das bedeutet, man kann sich dafür anmelden und mitmachen. Und das heißt weiter: Das ganz normale Publikum wird eingeladen, die Zukunftsarchäologen zu besuchen und bei ihnen Lectures, Performances oder auch Trainings zu erleben. (Helmut Ploebst, Spezial, DER STANDARD, 10.7.2013)

Dieser Artikel entstand mit finanzieller Unterstützung von ImPulsTanz. Die inhaltliche Verantwortung liegt bei derStandard.at.

  • Die Kunst des Blicks auf kommende Gemeinschaften.
    foto: thomas martius

    Die Kunst des Blicks auf kommende Gemeinschaften.

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