US-Behörde zerstört Computer wegen Virusinfektion

9. Juli 2013, 13:57
130 Postings

Angst vor Hackerangriff aus dem Ausland

Eine US-Behörde, die im Handelsministerium angesiedelte Economic Development Administration (EDA), hat als Reaktion auf eine mögliche Virusinfektion Hardware im Gegenwert von mehr als 170.000 Dollar verschrottet.

Panische Reaktion

Wie The Verge berichtet, hat die EDA 2011 vom Departmend of Homeland Security eine Benachrichtigung erhalten, dass sich in den Systemen der Behörde möglicherweise Malware eingenistet haben könnte.

Die Verantwortlichen der EDA veranlassten als Reaktion eine Abschottung der eigenen Systeme von der Außenwelt - E-Mail-Server inklusive - und verwehrte damit auch den eigenen regionalen Büros den Zugriff auf die Zentraldatenbank. Schließlich heuerte man ein Sicherheitsunternehmen an, dass die Probleme beheben und die Sicherheitsvorkehrungen verstärken sollte.

Auf sechs Systemen wurde eine Infektion behoben, eine Garantie für hundertprozentige Bereinigung und Sicherheit aller Rechner konnte man allerdings nicht geben.

Furcht vor Angriff eines anderen Staates

Der Technikchef der EDA fürchtete, dass man einem Hacker-Angriff aus einem anderen Land ausgesetzt sein könnte und bestand schließlich auf der physischen Vernichtung der Hardware. Dabei ließ man von einem externen Unternehmen nicht nur Festplatten, sondern ganze Rechner, Drucker, Tastaturen und auch Mäuse zerstören.

Ein Großteil des Bestands, dessen Wert mit drei Millionen Dollar beziffert wurde, "überlebte" nur, weil der EDA vorher das Geld für die Vernichtungsaktion ausgegangen war. Die übertriebene Reaktion dürfte auch auf die am Anfang vom Ministerium geäußerte, große Angst um die Sicherheit der Systeme zurückzuführen sein.

2,7 Millionen Dollar Kosten

Die Gesamtkosten der Zerstörung, inklusive aller Verträge und Schäden, belaufen sich auf rund 2,7 Millionen Dollar. Der Fall kam im Zuge einer Anhörung im Handelsministerium ans Tageslicht.

Dabei stellte sich auch heraus, dass die IT-Infrastruktur der EDA derart schlecht verwaltet war, dass ein Angreifer keine fortgeschrittenen Kenntnisse benötigt hätte, um die Systeme zu kompromittieren. Die gefundene Malware war zudem von der "üblichen" Sorte, Zeichen eines gezielten Angriffs gab es nicht.

Die EDA ist dafür zuständig, Wirtschaftsprogramme in wachstumsschwachen Regionen der USA zu starten und dabei zu helfen, hohe Arbeitslosigkeit und andere Schwierigkeiten zu bekämpfen. (red, derStandard.at, 9.7.2013)

  • Aus Panik vor einem Hackangriff aus dem Ausland verschrottete die EDA einen Teil ihres Hardware-Equipments.

    Aus Panik vor einem Hackangriff aus dem Ausland verschrottete die EDA einen Teil ihres Hardware-Equipments.

Share if you care.