Geburtstermin nächste Woche: Journalisten campen vor Kates Krankenhaus in London

9. Juli 2013, 13:44
26 Postings

Der Geburtstermin des Babys von William und Kate ist nicht mehr fern. Aber was passiert, wenn es da ist?

London - Wird es ein Bub oder ein Mädchen, eine Alexandra oder ein Wayne? Großbritannien fiebert der Geburt des Kindes von Prinz William und Prinzessin Catherine entgegen. Als offizieller Termin gilt Mitte Juli, doch schon seit Montag harren Dutzende Medienvertreter vor dem St. Mary's Krankenhaus im Londoner Stadtteil Paddington aus - aus Sorge, sie könnten die Geburt der künftigen Nummer drei der britischen Thronfolge verpassen und damit das gesellschaftliche Ereignis des Jahres.

Geheimnis um Geschlecht

Ob es ein Bub oder ein Mädchen wird, bleibt bis zuletzt ein Geheimnis. Die zukünftigen Eltern betonen, sie wüssten es selbst nicht. Bei den britischen Buchmachern laufen deshalb die Drähte heiß. Doch nicht nur auf das Geschlecht des Kindes werden Wetten abgeschlossen, sondern auch auf sein Gewicht oder seine Haarfarbe. Selbst die Frage, wie das Baby zur Welt kommt, ist Gegenstand von Wetten. Manche Buchmacher berichten von 30-prozentigen Umsatzsteigerungen im Vergleich zur Hochzeit des Traumpaars im April 2011.

Entbindung um 5.800 Euro

Aus Palastkreisen verlautete, Prinzessin Catherine wolle eine natürliche Geburt. Die 31-Jährige wurde seit der Militärparade zum offiziellen Geburtstag der Queen am 15. Juni nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen.

Das Kind soll in der exklusiven Lindo-Suite des St. Mary's Krankenhauses zur Welt kommen, in der 1982 schon William geboren wurde. Eine Entbindung mit Übernachtung kostet in der mit Satellitenfernsehen, WLAN, Tageszeitungen, Erfrischungen und umfassender Weinkarte ausgestatteten Kliniksuite umgerechnet 5.800 Euro.

Traditionelle Verkündigung

William hat vor, bei der Geburt dabei zu sein und danach zwei Wochen Auszeit von seinem Job als Hubschrauberpilot bei der Royal Air Force zu nehmen. Danach könnte das Paar einige Wochen in Anmer Hall verbringen, einem großen Herrenhaus im georgianischen Stil unweit von Sandringham, dem Landsitz der Queen in der ostenglischen Grafschaft Norfork.

Obwohl das Königshaus inzwischen auch auf Twitter vertreten ist, soll die Ankunft des "Royal Baby" ganz traditionell verkündet werden: Eine von den Ärzten unterzeichnete Bekanntmachung wird unter Polizeischutz in den Buckingham-Palast geschickt, um die königliche Familie zu unterrichten. Dann soll die handschriftliche Verkündung auf dem Vorplatz angeschlagen werden.

Seit elf Jahren ein Paar

Die zukünftigen Eltern sind seit rund elf Jahren ein Paar und wohnen derzeit in einem Cottage in Wales. Als sie sich im September 2001 an der Universität im schottischen St. Andrews zum ersten Mal begegneten, wurde Kate ihren eigenen Worten zufolge "knallrot".

William sagte in einem gemeinsamen Interview anlässlich ihrer Verlobung im November 2010, er habe schon immer gewusst, dass Kate "etwas sehr Besonderes" sei. "Wir hatten ein paar Schwierigkeiten, wie sie jede Beziehung hat, aber wir sind darüber hinweg", sagte er. Eine Krise gab es 2007, als monatelang zwischen den beiden Funkstille herrschte. Auf einer Kenia-Reise 2010 machte William Kate dann einen Heiratsantrag.

Prozedere nach Niederkunft im Detail festgelegt

Wenn das "Royal Baby" aber da ist, nimmt alles seinen streng geregelten Lauf:

  • Früher musste der Innenminister bei der Geburt anwesend sein, um die Legitimität des möglichen Thronfolgers zu bestätigen. Dies ist seit Ende der 1930er-Jahre nicht mehr der Fall. Dafür wird Prinz William bei der Geburt in einem Privatflügel des St. Mary's Krankenhaus in London dabei sein.
  • Anschließend werden Königin Elizabeth II. und die engste Familie informiert.
  • Dann wird eine Geburtsanzeige auf einer goldenen Staffelei am Tor des Buckingham-Palastes ausgehängt, unterzeichnet von den königlichen Ärzten. Zugleich gibt es eine Pressemitteilung des Palastes und - der Modernität geschuldet - eine Verkündung über die sozialen Netzwerke Twitter und Facebook.
  • Begrüßt wird das Baby in der britischen Hauptstadt auch mit Kanonenschüssen: 62 vom Tower of London und 41 aus dem Green Park.
  • Der Innenminister informiert den Bürgermeister von London über die Geburt; der Privatsekretär der Königin verkündet den Commonwealth-Staaten die frohe Botschaft.
  • Auf den Namen des "Royal Baby" müssen die Untertanen eine Weile warten: Erst eine Woche nach der Geburt Williams im Juni 1982 wurde dessen Name mitgeteilt, bei seinem Vater Prinz Charles mussten die Briten gar einen Monat lang warten. Das Kind wird den Titel "Prinz" oder "Prinzessin von Cambridge" tragen, die korrekte Anrede lautet "Königliche Hoheit".
  • Getauft wird das Baby in einem Kleidchen aus Satin und Spitze - eine Replik des Taufkleids der ältesten Tochter von Königin Victoria von 1841. Bis zum Jahr 2004 wurde das Original-Taufkleid noch verwendet. Der Ort der Taufe ist nicht streng festgelegt. William wurde vom Erzbischof von Canterbury im Musiksalon des Buckingham-Palastes mit Wasser aus dem Jordan in die Anglikanische Kirche aufgenommen.
  • Königliche Babys haben immer fünf oder sechs Taufpaten. Williams Bruder Prinz Harry und die Geschwister von Kate, Pippa und James, gelten als gesetzt. (APA, 9.7.2013)
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Dutzende Medienvertreter warten vor dem St. Mary's Krankenhaus im Londoner Stadtteil Paddington auf die Geburt des Babys von William und Kate.

  • Eine Redakteurin des Magazins "Mother & Baby" biwakiert zur Sicherheit gleich vor der Geburtsklinik.
    foto: epa/andy rain

    Eine Redakteurin des Magazins "Mother & Baby" biwakiert zur Sicherheit gleich vor der Geburtsklinik.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    "Füttern Sie nicht die Fotografen", lautet ein scherzhafter Appell vor dem Krankenhaus. 

Share if you care.