Erstes Billiglabor für künstliche Befruchtung

9. Juli 2013, 12:42
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Mit rund 200 Euro zum Wunschkind: Die preiswerte In-vitro-Fertilisation ist vor allem für Entwicklungsländer gedacht

Ein für Entwicklungsländer gedachtes vereinfachtes Labor sollen künstliche Befruchtungen zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten möglich machen. Belgische Wissenschaftler stellten am Montag bei einer Konferenz in London das Labor vor, mit dem eine In-vitro-Fertilisation (IVF) rund 200 Euro kostet und damit nur noch 10 bis 15 Prozent dessen, was Paare üblicherweise zahlen müssen.

Die Technik wurde in Belgien getestet. Die Ergebnisse zur Qualität der Embryonen und die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft sind laut den Forschern vergleichbar mit denen herkömmlicher Labors.

Bisher zwölf gesunde Babys

Bei der vereinfachten Fassung eines normalen Labors für künstliche Befruchtungen wurde auf spezielle CO2-Brutkästen für die Embryonen sowie auf gesonderte Systeme zum Einleiten medizinischer Gase und zur Reinigung von Luft verzichtet. Während in entwickelten Ländern Labors für eine In-vitro-Fertilisation zwischen eineinhalb und drei Millionen Euro kosten, liegen die Kosten für das neu entwickelte Labor bei weniger als 300.000 Euro.

Laut den Entwicklern kamen bisher zwölf gesunde Babys zu Welt, deren Embryonen in dem preiswerten Labor geschaffen wurden. "Unsere ersten Ergebnisse beweisen, dass das vereinfachte, für Entwicklungsländer gedachte Brutsystem eine bezahlbare und erfolgreiche Möglichkeit für eine Unfruchtbarkeitsbehandlung darstellt, wenn IVF die einzige Lösung ist", sagte Elke Klerkx vom Institut für Fruchtbarkeitstechnologie in Genk. Sie spricht von einem "Durchbruch für Menschenrechte, Gleichheit und soziale Gerechtigkeit". Unfruchtbarkeit sei vermutlich das am meisten vernachlässigte Gesundheitsproblem in den Entwicklungsländern.

Bei der In-vitro-Fertilisation wird in einem Reagenzglas eine Eizelle durch eine Samenzelle befruchtet. Der so gebildete Embryo wird dann in den Mutterleib eingepflanzt. Seit der Geburt des ersten Retortenbabys Louise Brown 1978 sind mehr als fünf Millionen Kinder durch diese Methode auf die Welt gekommen. In Entwicklungsländer hindern die hohen Kosten aber viele Frauen daran, die Technik in Anspruch zu nehmen. In vielen Ländern werden Frauen stigmatisiert, die keine Kinder auf die Welt bringen können. (APA/red, derStandard.at, 9.7.2013)

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