Luxuskonzern LVMH kauft Loro Piana

9. Juli 2013, 11:01
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Die Franzosen legen zwei Milliarden Euro für die Kaschmir-Marke aus Italien hin und sichern sich damit 80 Prozent am Unternehmen

Paris - Der französische Luxusgüterkonzern LVMH ist erneut in Italien auf Shopping-Tour gegangen: Für zwei Milliarden Euro sicherte sich die Nummer eins der Luxus-Branche 80 Prozent der italienischen Kaschmir-Edelmarke Loro Piana und stärkt damit auch seine Präsenz auf dem boomenden asiatischen Markt. Vor allem die Chinesen greifen trotz des abgeflauten Wirtschaftswachstums unvermindert nach den Pullis und Jacken des italienischen Herstellers. Erst vor zwei Jahren hatte sich LVMH den italienischen Juwelier Bulgari für 3,7 Milliarden Euro einverleibt. Auch Italiens Edelmarken Fendi und Emilio Pucci gehören längst zum Imperium des LVMH-Chefs Bernard Arnault.

"Preis ist gepfeffert"

"Der Preis ist gepfeffert, aber es ist ein ziemlich einzigartiges Geschäft", sagte Analyst Paul Swinand von Morningstar. Mit Loro Piana erhält LVMH Zutritt zu dem heiß umkämpften Markt hochwertiger Woll-Waren und Edelgarne. Das 1924 in Norditalien als Wollfabrik gegründete Familienunternehmen ist nach LVMH-Angaben mittlerweile der größte westliche Hersteller von Kaschmir-Erzeugnissen und Baby-Kaschmir. Zudem ist der Betrieb auf besonders seltene Stoffe spezialisiert wie etwa Wollwaren von Vicunas. Die den Lamas ähnlichen Tiere leben in den Anden - ein Mantel aus Vicuna-Wolle ist für etwa 14.000 Euro zu haben. Auch Fasern aus Lotusblumen werden von Loro Piana verarbeitet.

Damit treffen die Italiener offenbar den Geschmack wohlhabender Asiaten, denn knapp ein Drittel des Geschäfts macht Loro Piana mittlerweile dort. Während Gucci und die LVMH-Tochter Louis Vuitton die Wirtschaftsabkühlung zu spüren bekommen haben, ist die Nachfrage nach Loro Piana-Artikeln etwa in China unvermindert hoch. Mit zweistelligen Wachstumsraten in den vergangenen Jahren soll der italienische Neuzugang das eingedampfte Wachstum anderer Luxusmarken von LVMH etwa bei Louis Vuitton ausgleichen. In diesem Jahr erwartet Loro Piana ein Wachstum von etwas über zehn Prozent, nach einem Plus von rund 13 Prozent auf 630 Millionen Euro im vergangenen Jahr.

Die Familie Sergio und Pier Luigi Loro Piana sollen auch nach der Übernahme durch LVMH noch mit 20 Prozent an dem Unternehmen beteiligt bleiben und ihre Positionen im Management behalten. LVMH will die Präsenz der Marke weltweit ausbauen und auch das Geschäft mit Lederwaren erweitern. Der Einstieg wurde von Investoren offenbar positiv bewertet: LVMH-Aktien legten zu Handelsbeginn knapp zwei Prozent zu. (Reuters, 9.7.2013)

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    Heiß begehrt: Die Italiener treffen den Geschmack vieler Asiaten, LVMH auch.

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