Costa Concordia: Prozess gegen Kapitän Schettino vertagt

9. Juli 2013, 10:51
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Der Angeklagte war zu Eröffnung der Gerichtsverhandlung anwesend

Grosseto - In der italienischen Stadt Grosseto in der südlichen Toskana hat am Dienstag der mit Spannung erwartete Prozess gegen Francesco Schettino, den Kapitän der Costa Concordia, begonnen. Das Verfahren ist aber wegen eines Anwältestreiks, wie erwartet, sofort auf den 17. Juli vertagt worden. Schettino, einziger Angeklagter im Prozess, war zu Eröffnung der Gerichtsverhandlung anwesend, berichteten italienische Medien. Wegen des starken Medienandrangs wurde der Prozess nicht im Justizpalast von Grosseto, sondern im städtischen Theater eröffnet.

Anklage wegen Tötung und Körperverletzung

Der Kapitän muss sich unter anderem wegen Tötung und Körperverletzung sowie Havarie und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung verantworten. Laut Staatsanwalt Francesco Verusio drohen ihm bis zu 20 Jahren Haft. 388 Zeugen sollen für die Staatsanwaltschaft von Grosseto aussagen, die die Ermittlungen rund um die Havarie geführt hat. Die Verteidigung Schettinos hat 96 Zeugen vorgeladen.

Wegen des Streiks der italienischen Anwälte war es am Montag bereits zur Vertagung einer Verhandlung in der Causa Costa Concordia gekommen. Der Untersuchungsrichter von Grosseto, Pietro Molino, hätte entscheiden müssen, ob fünf Beschuldigte wegen der Havarie des Kreuzfahrtschiffes im Jänner 2012 - zwei Offiziere, der Steuermann, der "Costa"-Krisendirektor und der Hotelmanager des Schiffes - ohne Hauptverfahren verurteilt werden können. Der Untersuchungsrichter wird seinen Beschluss nun am 20. Juli fällen.

Mit einem achttägigen Ausstand, der am Montag begonnen hat, wollen die italienischen Rechtsanwälte ihren Widerstand gegen eine umstrittene Justizreform der Regierung Letta zum Ausdruck bringen wollen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 77 Österreicher auf der Costa Concordia. Die Reederei Costa Crociere, Betreiber des Kreuzfahrtschiffs, hat ihre Mitverantwortung anerkannt, da mehrere Angestellte des Unternehmens für das Unglück verantwortlich gemacht werden. Costa Crociere gehört zum US-Kreuzfahrtriesen Carnival. Das Kreuzfahrtschiff war am 13. Jänner 2012 mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf Grund gelaufen und teilweise gesunken. Bei dem Unglück starben 32 Menschen. (APA, 9.7.2013)

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