Zahlreiche Verletzte bei Anschlag in Beirut

9. Juli 2013, 15:42
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Laut Medienbericht wurde Autobombe gezündet - Angeblich zwei Verdächtige festgenommen

Beirut/Damaskus - Zum Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan ist die libanesische Hauptstadt Beirut von einem schweren Bombenanschlag mit dutzenden Verletzten erschüttert worden. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bei dem Attentat in einem schiitischen Vorort am Dienstag 53 Menschen verletzt, zwei davon mussten notoperiert werden. Zuvor hatte es aus Armeekreisen geheißen, dass mindestens zwei Anschlagsopfer getötet worden seien.

Die gewaltige Explosion ereignete sich im dicht besiedelten Stadtviertel Bir al-Abed, einer Hochburg der islamistischen Hisbollah-Miliz. Im Fernsehen waren eine riesige Rauchwolke über dem Anschlagsort und gegen die Flammen ankämpfende Löschkräfte der Feuerwehr zu sehen. Das Attentat wurde laut einem Bericht des Hisbollah-Fernsehsenders Al-Manar mit einer Autobombe verübt. Präsident Michel Suleiman und Politiker aus allen Parteispektren verurteilten den Anschlag, bei dem es sich um den schwersten in dem Schiitenviertel seit Beginn des Bürgerkriegs im benachbarten Syrien vor mehr als zwei Jahren handelt.

"Alle brachen in Panik aus, jeder rannte einfach nur noch los", sagte die Besitzerin eines benachbarten Schuhgeschäfts. "Ich kann nicht glauben, dass jemand so etwas am ersten Tag des Ramadan tut." Einige Schiiten hatten den islamischen Fastenmonat schon am Dienstag eingeläutet, andere Glaubensbrüder und auch Sunniten beginnen ihn am Mittwoch oder Donnerstag.

Angeblich zwei Festnahmen

Die Spannungen im Libanon haben wegen des Bürgerkriegs in Syrien zuletzt deutlich zugenommen. Die Hisbollah-Miliz unterstützt dort die Truppen von Staatschef Bashar al-Assad mit Kämpfern. Ob der Anschlag aus diesem Grund verübt wurde, war zunächst unklar. Zwei Verdächtige seien festgenommen worden, hieß es. Seit sich die Schiiten-Partei offen zu ihrem Kampf im syrischen Bürgerkrieg bekannt hat, mehren sich bewaffnete Angriffe auf die Bewegung. Die Hisbollah hat vor allem bei der Schlacht um die strategisch wichtige syrische Stadt Al-Qusayr (Kusair) im Mai eine große Rolle gespielt. Derzeit ist sie auch an den Angriffen auf die Protesthochburg Homs beteiligt, die am Dienstag weiter andauerten.

Die Sunniten im Libanon stehen hingegen den mit Assad verfeindeten syrischen Rebellen nahe. Offiziell nimmt der Libanon eine neutrale Haltung zu dem Bürgerkrieg im Nachbarland ein, doch die Gesellschaft ist tief gespalten zwischen Anhängern und Gegnern Assads.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die syrischen Konfliktparteien zu einer Waffenruhe im islamischen Fastenmonat Ramadan auf. Er erklärte in New York, er appelliere an jeden, der eine Waffe trage, das Kämpfen zu beenden und diesen Monat des Friedens dem Volk als gemeinsames Geschenk anzubieten. Nicht weniger als 100.000 Syrer seien in dem Bürgerkrieg getötet worden und fast zwei Millionen hätten Zuflucht in Nachbarländern gesucht. Für die meisten Muslime in der arabisch-islamischen Welt beginnt der Ramadan am Mittwochmorgen. Das syrische Regime erklärte seine Bereitschaft zu Gesprächen mit dem UN-Chemiewaffenexperten Ake Sellström. Sein Land wolle den Schweden nach Damaskus einladen, um über die Rahmenbedingungen einer möglichen Untersuchungsmission zu sprechen, erklärte Syriens UN-Botschafter Bashar al-Jafari in New York. (APA, 9.7.2013)

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    Der Anschlagsort in einer südlichen Vorstadt von Beirut.

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