EA: Wii U fühlt sich an wie eine "Offline-Erfahrung"

9. Juli 2013, 10:36
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Schlechte Verkaufszahlen und Online-Mängel lassen EA, Ubisoft und Activision an Nintendo-Konsole zweifeln

Kommenden November feiert Nintendos Spielkonsole Wii U ihr einjähriges Bestehen. Liefe alles nach Plan, wäre es für gewöhnlich die Zeit, in der die Plattform aufblüht und Spieler mit einem Games-Reigen beschert. Doch nach einem missglückten Marktstart ist die Situation alles andere als rosig. Nintendo kann keine guten Verkaufszahlen vorweisen, die Spiele verkaufen sich schlecht und in Folge dessen schränken immer mehr Hersteller ihre Unterstützung für die Plattform ein. Gleichzeitig sieht sich Nintendo mit einer starken Konkurrenz in Form der PlayStation 4 und Xbox One konfrontiert, die einen großen technischen Sprung nach vorne machen werden und sich auch die Vernetzung der Spieler in einer permanent online seienden Welt auf die Stirn geschrieben haben. Allesamt Faktoren, die Spielhersteller wie Electronic Arts (EA), Ubisoft oder Activision an Nintendos Zukunftschancen zweifeln lassen.

Offline-Erfahrung

"Wir waren (zum Start) mit vier Spielen für sie da. Betrachtet man die Durchverkäufe war es eine Enttäuschung und als Unternehmen müssen wir sehr achtsam sein, wofür wir unsere Ressourcen nutzen", sagt EA-Manager Peter Moore gegenüber Gameindustry International. "Der Mangel an Online-Aktivitäten, den wir auf der Wii U beobachten, ist besorgniserregend. Es ist so essentiell für das, was wir tun. Sie sind so klein, dass es sich kaum auszahlt, die Server zu betreiben. Es wirkt wie eine Box, die nicht im Einklang mit der Zukunft von EA ist - in der wir unseren Games einen wirklich sozialen Anstrich geben. Die Wii U fühlt sich im Moment wie eine Offline-Erfahrung an", so Moore. EA gab bereits zuvor bekannt, dass aktuell keine neuen Projekte für die Wii U in Arbeit sind. 

Keine Fortsetzungen

Ähnlich groß ist die Enttäuschung bei Activision. "Wir kamen mit einem robusten Portfolio an den Tisch", sagt CEO Eric Hirshberg. "Aber jetzt haben wir nichts anzukündigen."

Am härtesten von allen Drittherstellern traf Nintendos Misserfolg vermutlich Ubisoft, das sich mit dem exklusiven Shooter "ZombiU" voll und ganz hinter die Plattform stellte. Doch die Verkaufszahlen seien im Endeffekt so schlecht gewesen, berichtet Gameindustry, dass die Investitionen bei weitem nicht eingespielt werden konnten und es in Folge auch keine Fortsetzung geben wird. Dies sei auch der Grund dafür gewesen, das Jump'n'Run "Rayman Legends" von einem Wii U-exklusiven Spiel zu einem Multiplattformtitel zu ändern. "Wir müssen sicherstellen, dass die Kreativität dieser Spiele ein ausreichend großes Publikum findet", sagt CEA Yves Guillemot. "Wir hoffen, dass (die Wii U) durchstartet. Im Moment sagen wir, 'lasst uns durch Weihnachten durchkommen und schauen, wo wir danach stehen." (zw, derStandard.at, 9.7.2013)

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