Antarktischer Krill leidet unter Versauerung der Meere

14. Juli 2013, 17:39
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Forscher sehen düstere Zukunft, sollte es nicht zu einer Trend-Umkehr beim weltweiten CO2-Ausstoß kommen

London - Der Antarktische Krill (Euphausia superba) in den Gewässern rund um den Südpol bildet die Nahrungsgrundlage für zahllose Spezies: von Kopffüßern bis zu Bartenwalen. Ein Forschungsteam um den Biologen So Kawaguchi vom Antarctic Climate and Ecosystems Cooperative Research Centre in Tasmanien hat nun erforscht, wie sich die Versauerung der Meere durch den Klimawandel auf die Krebstiere bzw. ihre Schlüpfrate auswirkt. Im Journal "Nature Climate Change" warnen die Forscher davor, dass die Krill-Population im Südlichen Ozean bei anhaltendem CO2-Ausstoß bis 2300 kollabieren könnte - mit düsteren Konsequenzen für das Ökosystem.

Entwicklung der Krillkrebse

Das Forschungsteam untersuchte die Schlüpfrate der Krebstiere in verschiedenen Meerwasser-Gläsern mit unterschiedlichen pH-Werten nach acht Tagen. Das Ergebnis: Wo das Wasser nur wenig saurer war als heute in der freien Natur, schlüpften etwa so viel Krillkrebse wie auch im Ozean. Enthielt das Wasser aber wesentlich mehr Kohlendioxid, so sank die Schlüpfrate auf 20 Prozent. Zudem verzögerten die erhöhten Kohlendioxid-Spiegel im Meerwasser die Entwicklung der Embryonen.

Den erstellten Risiko-Karten zufolge ist die Krill-Population im Weddell-Meer und im Randmeer König Haakon VII. östlich der Antarktis besonders bedroht. Frühere Studien hatten den steigenden Fischmehl-Bedarf in den weltweiten Aquakulturen wie auch die in der Antarktis stärker abschmelzenden Gletscher als Bedrohungen für den Antarktischen Krill ausgemacht. (red, derStandard.at, 14.7.2013)

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