Junge Weißstörche bekamen Kennringe

8. Juli 2013, 18:21
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Neues WWF-Projekt erforscht Bestand und Lebensraum von Weißstörchen in Marchegg

Gänserndorf - Vier junge Weißstörche sind in Marchegg (Bezirk Gänserndorf) in Niederösterreich mit Kennringen an den Beinen ausgestattet worden, teilte der WWF in einer Aussendung am Montag mit. Der Ring soll über die Zugrouten und Winterquartiere der Störche sowie die Qualität ihrer Lebensräume Auskunft geben. Das gemeinsame Projekt des WWF mit den Österreichischen Lotterien soll im kommenden Jahr erweitert werden - dann werden erstmals einige Marchegger Weißstörche mit Satellitensendern ausgestattet.

Entwicklung des Weißstorchbestandes verfolgen

Die erstmalige Beringung der Weißstörche ist Teil der Naturschutzarbeit des WWF in den niederösterreichischen March-Thaya-Auen. Durch diese Maßnahme könne die Entwicklung des Weißstorchbestandes über viele Jahre verfolgt werden, erklärte die zuständige WWF-Projektleiterin und Biologin Karin Donnerbaum. Für die Vögel ist die Erhaltung des Lebensraumes von besonderer Wichtigkeit: "Die Störche sind auf eine natürliche Gewässerdynamik angewiesen. Bleiben die jährlichen Überschwemmungen der Auwiesen aus, finden sie zu wenig Nahrung", betonte Donnerbaum.

Auf den Ringen aus Kunststoff ist eine weltweit einzigartige Zahlen-Buchstaben-Kombination zu finden. Das Kürzel "DER" stehe für die zuständige Vogelwarte Radolfzell in Deutschland, da es in Österreich keine eigene Warte gebe, so der WWF. Mithilfe dieser Kontaktdaten sei es möglich, den Vogel zu identifizieren, wenn er beobachtet, gefangen oder tot aufgefunden wird. Mitte August verlassen die Jungstörche die Kolonie in Marchegg und fliegen zum Überwintern bis nach Südafrika.

Große Weißstorchkolonie in den March-Thaya-Auen

Die Weißstorchkolonie im 1.120 Hektar großen WWF-Auenreservat Marchegg in den March-Thaya-Auen ist die größte baumbrütende Kolonie ihrer Art in Mitteleuropa. Sie beherbergt zehn Prozent der gesamten österreichischen Weißstorchpopulation und besteht seit mehr als 110 Jahren. Jedes Jahr brüten in diesem Bereich rund 50 Paare in bis zu 800 Kilogramm schweren Horsten auf riesigen, Hunderte Jahre alten Eichen auf der Wiese direkt hinter dem Schloss Marchegg und in der umliegenden Au. 

Lebensgrundlage für die Weiß- und Schwarzstörche des Reservates sind neben den stabilen Eichen die überschwemmten Auwiesen. Hier finden sie Insekten, Frösche, Krebse und kleine Fische. Die March-Thaya-Auen zwischen Wien und Bratislava sind die artenreichste Flusslandschaft Österreichs. Sie beherbergen über 500 gefährdete Tier- und Pflanzenarten und eine in Österreich unvergleichlich hohe Vogelvielfalt. (APA/red, derStandard.at, 8.7.2013)

  • Storchenberingung: Um zu den Horsten zu gelangen, wurde Biologin Karin Donnerbaum von einem Kran in Höhen von bis zu 15 Metern gebracht.
    foto: wwf

    Storchenberingung: Um zu den Horsten zu gelangen, wurde Biologin Karin Donnerbaum von einem Kran in Höhen von bis zu 15 Metern gebracht.

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