Weltgrößter autonomer Unterwasser-Roboterschwarm paddelt in Graz

8. Juli 2013, 14:55
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Forschung über kollektives Bewusstsein und die Mechanismen der Intelligenz an der Uni Graz

In den Räumen der Karl-Franzens-Universität Graz paddelt in diesen Tagen der größte autonom agierende Unterwasser-Roboterschwarm der Welt. Die 20 U-Boote kommunizieren miteinander und treffen ihre Entscheidungen wie ein gemeinsames Gehirn. Die Forscher ließen sich vom Verhalten von Insekten inspirieren. Künftig soll es den U-Boot-Schwärmen möglich sein, Giftmüll oder versunkene Gegenstände zu finden.

"Ein Roboter ist 15 Zentimeter lang, sieben Zentimeter hoch und wiegt nur einen halben Kilo"

"Ein Roboter ist 15 Zentimeter lang, sieben Zentimeter hoch und wiegt nur einen halben Kilo. Sie sind also wirklich sehr klein, das entspricht genau der Schwarmidee" erklärte Thomas Schmickl, der Leiter des Projektes, auf APA-Anfrage. Getestet wurde der Schwarm am Montag in einem handelsüblichen Plastik-Gartenpool im Innenhof des Institutes für Zoologie. Die batteriebetriebenen Mikro-U-Boote schweben aufgrund fast gleicher Dichte im Wasser und bewegen sich mit zwei Antriebsschrauben vorwärts. Auf- und Absteigen können sie durch das Verändern der Dichte mittels eines Kolbens. Das Besondere an diesen Geräten ist "die vollkommene Autonomie", so Schmickl. Es gibt keine Fernsteuerung, sie sind also in der Lage selbstständig zu navigieren.

Seit 2011 wird das EU-Projekt CoCoRo (Collective Cognitive Robots) vom Artificial Life Lab der Karl-Franzens-Universität koordiniert. Der Roboterschwarm kann als Ganzes ein einfaches kollektives Bewusstsein entwickeln. Jedes einzelne U-Boot ist sich der gesamten Schwarmgröße, die sich aber jederzeit beliebig ändern kann, bewusst und lässt das in die Schwarmentscheidung einfließen. Die Entscheidungen trifft der Schwarm so, wie es auch sozial agierende Insekten wie Bienen oder Ameisen tun. Bis zum Projektende im Jahr 2014 sollen insgesamt 40 Roboter in Betrieb sein.

Geänderte Umwelt- oder Strömungsverhältnisse

Die Roboter können sich immer wieder an geänderte Umwelt- oder Strömungsverhältnisse anpassen. Selbst wenn einer ausfällt, kann der Rest des Schwarms seine Aufgabe erfüllen, ohne dass ein Mensch eingreifen muss, hieß es in der Projektbeschreibung. Das Schwarmsystem besteht aus einer Basisstation an der Wasseroberfläche und eben den U-Booten. Erforscht werden die Mechanismen der Intelligenz beziehungsweise des kollektiven Bewusstseins. Die Forschungsergebnisse bilden auch die Basis für Folgeprojekte, bei denen die Technologie bei größeren Robotern eingesetzt werden kann, die zum Beispiel Giftmüllbehälter oder Blackboxes von ins Meer gestürzten Flugzeugen finden sollen. (APA, 8.7. 2013)

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Nähere Information unter http://cocoro.uni-graz.at abrufbar

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    foto: uni graz
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