Fingerabdruck für die Wachauer Marille

8. Juli 2013, 13:24
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Ob Marillen, Erdbeeren und Co tatsächlich aus Österreich kommen, lässt sich eindeutig überprüfen, heimische Forscher arbeiten an einem Datenpool

Marillen, Erdbeeren und Co, die in Österreich an Straßenverkaufsständen als heimisches Obst angeboten werden, kommen nicht immer aus Österreich, schlug jüngst Johann Bischof von der Landwirtschaftskammer Steiermark Alarm: "Wir verlangen, dass die Herkunft der angebotenen Früchte für den Konsumenten auf den ersten Blick klar ersichtlich ist."

Genau hinschauen und nachfragen, riet Ingrid Bardeau von der Gewerbekontrolle des Magistrats Graz den Konsumenten. Schärferen Kontrollen, wie von der Landwirtschaftskammer gefordert, kann sie nichts abgewinnen, würden diese doch an den aktuellen gesetzlichen Bestimmungen scheitern.

Die natürliche Spur der Lebensmittel

Tatsächlich lässt sich überprüfen, ob die "Wachauer Marille" aus der Wachau, das "echte steirische Kernöl" wirklich aus der Steiermark kommt. Am Austrian Institute of Technology (AIT) sind Forscher auf die Verfolgung von natürlichen Spuren der Nahrungsmittel wie Isotope und genetische Marker spezialisiert. "Mit Hilfe von Isotopenanalysen kann man die lokale Herkunft von Lebensmitteln feststellen", erklärt Felix Steyskal, Leiter des Geschäftsfelds Umwelttechnologien am AIT, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Bestimmtes Isotopenmuster

Örtliche Umweltbedingungen und die Bewirtschaftungsform würden nämlich die Zusammensetzung der chemischen Elemente in den Nahrungsmitteln beeinflussen. Jedes landwirtschaftliche Produkt einer bestimmten Region habe daher ein ganz spezielles Isotopenmuster, vergleichbar einem Fingerabdruck, so Steyskal.

Zur Durchführung der Isotopenanalyse brauchen die Wissenschaftler des Tullner Speziallabors - genauso wie die Polizei bei der Verbrechensaufklärung - eine umfangreiche Datenbank, durch die sie ihre gesammelten Proben mit möglichst vielen anderen, bereits gespeicherten "Fingerabdrücken" vergleichen können. Die Datenbank befindet sich laut Steyskal derzeit im Aufbau. "Mit einer Investition von rund drei Millionen Euro können wir in wenigen Jahren an unserem Isotopenlabor in Tulln eine Top-Datenbank einrichten, mit der die Herkunft sämtlicher Lebensmittel überprüfbar wird." (rb, derStandard.at, 8.7.2013)

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    Wer sich die Marillen selbst vom Baum holt, weiß ohnehin, was er hat. Dafür braucht es nicht einmal das Sonntagsgewand ...

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