Europas Leitbörsen schließen fester

8. Juli 2013, 18:21
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Draghi-Rede und Treffen der Euro-Finanzminister im Blick

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag einheitlich mit höheren Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 stieg um klare 54,84 Einheiten oder 2,11 Prozent auf 2.650,85 Zähler.

Unterstützung kam zum Wochenstart von positiven Vorgaben von der Wall Street. Zudem sorgten erfreuliche Entwicklungen im Fall Griechenland für Auftrieb, nachdem die internationale Geldgeber-Troika und die Regierung in Athen am Sonntag ihre Verhandlungen in der griechischen Hauptstadt abgeschlossen und "bedeutende Fortschritte" gemacht hatten.

Vor diesem Hintergrund rückte auch das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel verstärkt in den Fokus. Diese beraten seit heute Nachmittag über neue Milliardenhilfen für Griechenland. Es geht um eine Kredittranche von 8,1 Mrd. Euro, die in Teilbeträgen ausgezahlt werden soll.

Weiters stand die Rede des Chefs der Europäischen Notenbank (EZB), Mario Draghi, vor dem Währungsausschuss des Europäischen Parlaments (ECON) auf der Agenda. Draghi hatte bei dieser erneut bekräftigt, dass die Zinsen im Euroraum für längere Zeit niedrig bleiben werden.

Von Konjunkturseite standen die Daten zur Industrieproduktion in Deutschland auf der Agenda. Im Mai ist die Gesamtproduktion des Verarbeitenden Gewerbes zum Vormonat um 1,0 Prozent gesunken. Das ist der erste Rückgang seit Jänner. Das Minus fiel doppelt so stark aus wie erwartet. Auch die Investorenstimmung im Euroraum hat sich leicht eingetrübt. Der Sentix-Konjunkturindex für Juli sank um einen Punkt auf minus 12,6 Zähler.

Versicherer stark

Im Euro-Stoxx-50 gab es nur Kursgewinner. Ein europäischer Branchenvergleich wies vor allem Versicherer als stark aus. Dementsprechend notierten Generali (plus 3,21 Prozent auf 14,15 Euro) und AXA (plus 3,03 Prozent auf 15,96 Euro) weit oben auf der Kursliste und Münchener Rück zogen um 2,95 Prozent auf 141,50 Euro an. Nach einer Schätzung des Schweizer Rückversicherers Swiss Re kosten die schweren Überschwemmungen in Mittel- und Osteuropa vom Juni die Versicherungsbranche 3,5 bis 4,5 Mrd. Dollar (3,49 Mrd. Euro). Behält das Unternehmen recht, kommen die Assekuranzen glimpflicher davon als bisherige Hochrechnungen befürchten ließen.

Auch Chemiewerte zeigten sich zum Wochenstart gut gesucht. So führten Bayer (plus 2,95 Prozent auf 84,42 Euro) und BASF (plus 3,20 Prozent auf 69,10 Euro) die Liste der Gewinner im Euro-Stoxx-50 an. In Zürich stiegen Novartis um 1,33 Prozent auf 68,50 Schweizer Franken. Der Pharmakonzern macht Fortschritte bei der Entwicklung eines Mittels gegen Schuppenflechte. In einer abschließenden klinischen Studie (Phase III) seien mit dem Produktkandidaten AIN457 (Secukinumab) im Vergleich zum Konkurrenzmittel Enbrel gute Resultate erzielt worden.

Renault zogen bis Handelsschluss um 1,26 Prozent auf 55,63 Euro an. Der französische Autobauer plant Medienberichten zufolge ein Joint Venture mit dem chinesischen Autohersteller Dongfeng.

Auch Anheuser-Busch Inbev schlossen um 2,37 Prozent höher bei 69,57 Euro. Der Braukonzern hatte zuvor mitgeteilt, dass er im Verfahren um Preisabsprachen mit dem Bundeskartellamt kooperiert und die Kronzeugenregelung genutzt habe, hieß es aus dem Handel. (APA, 8.7.2013)

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