Mongolische Neonazis kämpfen gegen die Umweltverschmutzung

Ansichtssache8. Juli 2013, 16:58
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Die Mission der Gruppe Tsagaan Khass heißt Umweltschutz. Laut Kritikern liegt den Mitgliedern das Ökosystem allerdings weniger am Herzen als schlichter Nationalismus

Ihr Hauptquartier ist im Hinterzimmer eines Dessousgeschäfts in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar untergebracht. Von hier aus ging die in den 1990er Jahren gegründete Neonazi-Gruppe Tsagaan Khass (Weißes Hakenkreuz) lange Zeit mit Gewalt gegen Ausländer vor.

"Irgendwann erkannten wir, dass es nicht effizient ist, sie auf den Straßen zu bekämpfen. Also haben wir unser Ziel geändert und kämpfen gegen ausländische Minenbetreiber", erzählt der Anführer und Gründer der Gruppe, Ariunbold Altankhuum (siehe erstes Bild), dem Reuters-Fotografen Carlos Barria.

Fremde Konzerne profitieren vom Bergbau

"Der Bergbau entwickelt sich rasant und wird zu einem Problem", sagt Altankhuum. Vor allem Gold, Kupfer, Erz und Kohle werden in dem am dünnsten besiedelten Land der Welt abgebaut. Dahinter stehen in erster Linie Konzerne aus den einzigen beiden Nachbarstaaten der Mongolei, China und Russland.

In der Folge komme es zu Umweltverschmutzung, gegen die Tsagaan Khass vorgehen will. Laut Kritikern ist dieses Thema aber nur vorgeschoben. In Wahrheit würden die rund hundert Mitglieder der Gruppierung lieber heimische Unternehmen von den natürlichen Ressourcen profitieren sehen.

Sturmtruppen auf der Suche nach Betriebsgenehmigungen

Also schlüpfen die Umweltnationalisten regelmäßig in ihre Springerstiefel und mit Hakenkreuzen bestickten Uniformen und fahren zu Razzien in die Minen in der mongolischen Steppe. Dort entnehmen die Sturmtruppen Bodenproben und lassen sich Betriebsgenehmigungen zeigen. So wollen sie ihr Land stärken.

"Was heute in der Mongolei passiert, lässt sich mit Deutschland 1939 vergleichen. Auch Hitlers Bewegung hat sein Land in eine mächtige Nation verwandelt", sagt Altankhuum. (mm, derStandard.at, 8.7.2013)

foto: reuters/carlos barria
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(Userpower: Handelt es sich hier um eine Kappe des österreichischen Bundesheeres oder täuscht das?)


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Mongolia neo-Nazis announce a change of tack - pollution control

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