Bankenregulierung: Banken-Pudding

Kommentar7. Juli 2013, 17:29
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Die aktuelle Studie einer Basler Behörde zeigt, dass sich die Geldinstitute gesundrechnen

Wer in die aktuellen Werke des Basler Ausschusses für Bankenregulierung hineinschmökert, bekommt den Anschein von Wissenschaft vermittelt. Detailliert werden dort Risikokennzahlen und Grenzwerte definiert, die gute und solvente von schlechten und bank­rotten Instituten unterscheiden sollen. Ab acht Prozent Kapitalquote gilt eine Bank als gesund.

Im komplexen Dschungel der Basel-III-Eigenkapital­regeln finden sich die Banken aber bestens zurecht. Eine aktuelle Studie der Basler Behörde zeigt, dass sich die Geldinstitute gesundrechnen. Denn bei der Einschätzung des Risikos in den Bankbilanzen lässt der Regulator viel Spielraum – den die Banken auch nutzen. Gleich riskante Wertpapiere werden von den Banken höchst unterschiedlich bewertet. Rechnen sie ihr Risiko klein, müssen sie weniger Kapitalpuffer halten und werden damit gefährlicher für die bereits arg lädierten Geldbeutel der Steuerzahler.

Doch wenn die grundlegenden Zahlen für die Einschätzung der Bankgesundheit nebulos sind, dann versuchen die Bankaufseher, einen Pudding an die Wand zu nageln. Die Aufsicht in Basel muss dem heftigen Lobbying der Banken widerstehen. Denn die wollen andere Kennzahlen, wie die "Leverage Ratio", entschärfen. Doch es sind Maßzahlen wie diese, die den Banken ihre kreative Risikorechnung nicht durchgehen lassen – darauf sollten die Bankaufseher pochen. Nach der aktuellen Studie mehr als je zuvor. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 8.7.2013)

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