Preisgekrönt: "Giacomos Sommer" auf Arte: Das süße Nichtstun

7. Juli 2013, 17:16
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Diese undramatische Jugendstudie zählt zu jener Art von Film, um die Verleiher längst einen Riesenbogen machen

Es ist Sommer, heiß, die Luft flirrt. Der Weg führt durch eine Wildnis, ein junger Mann und seine Begleiterin bahnen sich ihren Weg durch Gestrüpp und über unwegsames Gelände.

Das dauert ein Weilchen. Beim Zusehen wird man eingestimmt und involviert in einen beiläufigen Modus des Erzählens - die Kamera folgt den Protagonisten in langen ungeschnittenen Gängen. Wenn sie an ihrem vorläufigen Ziel angekommen sind, hat man schon verstanden, dass sich auch hier kein großes Drama entfalten wird. Vielmehr sammelt der Film Beobachtungen in einem Sommer des Müßiggangs, im Friaul, am Fluss Tagliamento, wo sich der 19-jährige Giacomo (Giacomo Zulian) und seine Freundin Stefania (Stefania Comodin) gern herumtreiben.

"Giacomos Sommer" ist der erste Langspielfilm des 1982 geborenen Alessandro Comodin. Er hat ihn mit kleinem Team und vertrauten Menschen in jenen Gegenden gedreht, in denen er selbst aufgewachsen ist. Diese Sicherheit merkt man nicht nur an der selbstverständlichen Einbindung von Giacomo, dessen lautstarke, fordernde Art, sich zu verständigen, anfangs gewöhnungsbedürftig ist.

2011 wurde der Film in Locarno uraufgeführt - und gleich mit einem Hauptpreis gewürdigt. Anschließend lief er auf vielen anderen relevanten Festivals (auch bei der Viennale) und erhielt weitere Auszeichnungen. Zugleich zählt diese undramatische Jugendstudie aber auch zu jener Art von Film, um die Verleiher längst einen Riesenbogen machen. Abseits von Festivals und Onlineplattformen bleiben als Spielstätte für solche Arbeiten noch eine Handvoll Fernsehnischen - eine davon heißt Arte, und dort läuft "Giacomos Sommer" am Montag um 23.30. (Isabella Reicher, DER STANDARD, 8.7.2013)

  • "Giacomos Sommer" am Montag um 23.30 Uhr auf Arte.
    foto: arte

    "Giacomos Sommer" am Montag um 23.30 Uhr auf Arte.

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