"Heli" aus Mexiko bester internationaler Film

7. Juli 2013, 16:59
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Drama über den Kampf einer Familie gegen Drogenkartelle

München - Der mexikanische Drama "Heli" über den Kampf einer Familie gegen Drogenkartelle ist auf dem Filmfest München als bester internationaler Film geehrt worden. "Heli" zeige auf kraftvolle Weise die Notlage eines ganzen Landes, das sich zwischen den Frontlinien eines verheerenden Drogenkrieges mit zahlreichen Toten befinde, begründete die Jury. Das Werk von Regisseur Amat Escalante überwältige mit einer gleichsam erschreckenden wie diskreten Darstellung und zeige die sichere Hand eines meisterlichen Filmemachers. Der mit 50.000 Euro dotierte Arri/Osram-Award sollte dem bereits beim Filmfestival in Cannes prämierten Streifen am Samstagabend zum Abschluss des Filmfestes überreicht werden.

Der Bayern 3 Publikumspreis ging an "Freedom Bus" von Fatima Geza Abdollahyan über die schwierige Suche Ägyptens nach Demokratie. Außerdem erhielt die Dokumentation den One Future Preis der Interfilm Akademie, dem Netzwerk der kirchlichen Filmarbeit. Im Mittelpunkt der ZDF-Produktion steht eine Gruppe junger Aktivisten, die vor den Wahlen 2011 mit einem Bus durch Ägypten touren, um den Menschen die Demokratie näherzubringen. Der Film porträtiere ein genaues, lebendiges Bild der Gesellschaft und verbinde filmästhetische und ethische Komponenten, begründete die Jury. "Freedom Bus" soll in den kommenden Wochen ins Kino kommen.

170 Filme aus aller Welt

Auf dem Filmfest München waren in den vergangenen acht Tagen rund 170 Filme aus aller Welt zu sehen. Nach ersten Schätzungen der Veranstalter wurden rund 72 500 Tickets verkauft, etwas mehr als 2012. Sehr erfolgreich seien viele Filme aus Nahost gewesen wie "Dancing in Jaffa" über ein Tanzprojekt mit Schulkindern oder "Wajma, An Afghan Love Story", sagte Festivalleiterin Diana Iljine. Auf großes Interesse seien auch die Spezial-Reihen zu Computerspielen und zu TV-Serien gestoßen. Kommendes Jahr hat das Filmfest harte Konkurrenz: Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. In der Festivalwoche vom 27. Juni bis 5. Juli gebe es nur zwei Abende ohne Spiele, sagte Iljine. (APA, 07.07.2013)

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