Hauptpreis für österreichischen Koproduktion in Karlovy Vary

7. Juli 2013, 16:56
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Verfilmung von Agota Kristofs Roman "Das große Heft" durch ungarischen Regisseur Janos Szász erhielt den Kristallglobus

Karlovy Vary  - Der von der österreichischen Produktionsfirma Amour Fou koproduzierte Film "Le Grand Cahier" ("A nagy füzet", "Das große Heft"), eine Verfilmung von Agota Kristofs gleichnamigem Roman durch den ungarischen Regisseur Janos Szász, wurde beim 48. Internationalen Filmfestival in Karlovy Vary mit dem Großen Preis ausgezeichnet. Die mit 25.000 US-Dollar (rund 19.400 Euro) dotierte Auszeichnung wurde am Samstagabend übergeben, zudem wurde der Streifen mit dem European Cinema Labels Award ausgezeichnet, heißt es in einer Aussendung von Amour Fou.

"Das Große Heft" ist eine Koproduktion von Intuit Pictures aus Berlin, Hunnia Filmstudio aus Budapest, Amour Fou Vienna aus Österreich und Dolce Vita aus Paris. Die Kamera führte der österreichische Kameramann Christian Berger, der für seine Arbeit in Michael Hanekes "Das weiße Band" für den Oscar nominiert war. Der Film wurde in Österreich von Filmfonds Wien und Filmstandort Austria unterstützt.

Überlebensmonster

Der Spielfilm basiert auf dem gleichnamigen Erstlingsroman von 1986 der ungarischen Schriftstellerin Agota Kristof, Trägerin des Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur 2008. "Das große Heft" erzählt von neunjährigen Zwillingsbrüdern, die sich mitten im Krieg autodidaktisch zu Überlebensmonstern bilden. Sie üben Gefühlskälte, hungern, betteln, stehlen und töten - weil man das in ihrer Situation "können muss". Bombardierungen und Judenverfolgung, aber auch homosexueller Sadomasochismus und Sodomie werden mit eiskalter Klarheit und kompromissloser Knappheit beschrieben. (APA, 7.7.2013)

  • "Le Grand Cahier" / "A nagy füzet" / "Das große Heft".
    foto: amour fou

    "Le Grand Cahier" / "A nagy füzet" / "Das große Heft".

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