Aufregung bei NSA- Rekrutierungskampagne an US-Uni

6. Juli 2013, 13:16
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Studenten befragten die NSA-Personalvermittler kritsch und bekamen keine Antworten

Als am vergangenen Dienstag die National Security Agency (NSA) auf der Universität Wisconsin neue Mitarbeiter anwerben wollte, mussten die Personalvermittler einer Studentin einige unangenehme Fragen beantworten. Madida R. Tahir, die auf der Einrichtung einem Sprachkurs nachging, befragte die Referenten unter anderem, welches Land die NSA als Gegner ansieht und ob man gut lügen müsste, um einen Job bei der Behörde zu bekommen. Die Studentin zeichnete das Stelldichein auf und lud es daraufhin auf SoundCloud.

Arbeit der Behörde “unpolitisch“

Auf die Frage, ob Deutschland oder andere ausspionierte Länder von der NSA als Gegner angesehen werden, antworteten die Personalreferenten, dass die Nationen nicht als Feind angesehen werden, es allerdings ein Interesse daran gibt, was in anderen Ländern vor sich geht. Tahir hakte daraufhin nach und fragte, ob dies auf alle Nationen und Menschen umgemünzt werden könnte und somit für die NSA jeder ein Gegner darstelle. Als Antwort bekam die Studentin, dass die Arbeit der Überwachungsbehörde unpolitisch sei und die Aufgaben nicht die NSA diktiert, sondern von höherer Stelle angegeben werden.

Infos im richtigen Kontext

Als die Studentin weiter kritisch hinterfragte, ob sich die Mitarbeiter der Behörde eigentlich bewusst sind, welche Auswirkungen ihre Arbeit hat, antworteten die Personalreferenten, dass es wichtig sei, Infos im richtigen Kontext zu berichten, da daraus entspringende falsche Entscheidungen dazu führen, dass jeder diese ertragen müsse. Eine weitere Studentin antwortete daraufhin, dass Menschen auch an den Fehlinformationen der NSA leiden würden und die Behörde daher ebenso geradestehen sollte.

Guardian-Zugang gesperrt

Ein anderer Student gab an, dass der Chef der NSA vor dem Kongress lügen würde, woraufhin diesem beantwortete wurde, dass dies nicht so ist. Der junge Mann gab darauf hämisch an, dass die NSA-Vermittler dies wohl nicht einsehen, da der Zugang zu der britischen Tageszeitung "Guardian" gesperrt wurde. (Der WebStandard berichtete)

“Nicht alles glauben, was in der Zeitung steht“

Als einer der Personalvermittler angab, dass der Job nicht für jedem oder jede sei, fragte Tahir, ob der Job für Lügner ist, da die Studenten während des Vortrags keine deutlichen Antworten bekamen und einige Dinge unter den Tisch gekehrt beziehungsweise verkehrt dargestellt wurden. Die Referenten antworteten, dass die NSA in der Öffentlichkeit nicht lügen würde und dass Menschen nicht alles glauben sollten, was in der Zeitung steht. (red, derStandard.at, 06.07.2013)

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    In der Zukunft wohl weniger auf Unis anzutreffen.

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