Klubchef des Team Stronach Salzburg angezeigt

5. Juli 2013, 18:16
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Helmut Naderer soll Polizeiausweis nicht dienstlich benutzt haben

Salzburg - Der Klubchef des Team Stronach Salzburg, der Polizist und Postenkommandant Helmut Naderer, sieht sich derzeit mit einer unangenehmen anonymen Anzeige konfrontiert. Er soll eine Woche vor seiner Angelobung als Landtagsabgeordneter einen Polizeiausweis als Ersatz für ein Parkticket hinter die Scheibe seines Wagens gesteckt haben - ohne einer amtlichen Tätigkeit nachzugehen. Die Staatsanwaltschaft Salzburg prüft derzeit, ob tatsächlich ein Fehlverhalten vorliegt.

Ein anonymer Absender hat Mitte Juni eine schriftliche Anzeige an die Staatsanwaltschaft und das Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung geschickt und diese heute auch einer Reihe Salzburger Medien zugespielt. Naderer soll demnach am 12. Juni - an diesem Tag präsentierten ÖVP, Grüne und das Team Stronach das Verhandlungsergebnis der Salzburger Koalitionsgespräche - mit seinem Privat-Pkw mehrere Stunden in einer gebührenpflichtigen Kurzparkzone gestanden sein.

"Möglicherweise keien offizielle Urkunde"

Ein Ticket hinter der Windschutzscheibe hatte er nicht - dafür aber eine Art Ausweisdokument, das den Wageninhaber als Postenkommandant der Polizeiinspektion Bergheim im Salzburger Flachgau auswies. Das Schreibe unterstellt, dass das Ausweisdokument möglicherweise keine offizielle behördliche Urkunde sei, sondern von Naderer selbst angefertigt wurde, "um im Privatleben unter Verweis auf seine Amtsstellung Vorteile erlangen zu können".

Die Anzeige schließt mit dem Ersuchen um Prüfung, ob nicht diverse Strafbestände vorliegen, darunter etwa Urkundenfälschung, Fälschung öffentlicher Beglaubigungszeichen, Missbrauch der Amtsgewalt oder Amtsanmaßung.

Naderer hat am Freitag auf Anfrage auf eine Stellungnahme zu einem späteren Zeitpunkt verwiesen. Er sei gerade beruflich in Deutschland unterwegs und wolle sich im Laufe des Abends noch zur Causa melden. Die Staatsanwaltschaft Salzburg bestätigte das Einlangen des Schreibens, verwies aber darauf, dass die behaupteten Vorwürfe erst einmal geprüft werden müssen. (APA, 5.7.2013)

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