Sarkozy will schnelles Comeback

5. Juli 2013, 17:30
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"Ich bitte Sie, mir zu helfen"

Nicolas Sarkozy kehrt zurück, wie er im Élysée politisiert hatte: mit Getöse. An sich plante er ein kontrolliertes Comeback, das in das Präsidentschaftsfinale 2017 münden sollte. Nun musste er aber seine Pläne über den Haufen werfen - die Justiz machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Das höchste Gericht Frankreichs untersuchte nämlich seine Wahlkampfabrechnung 2012. Damals überschritt er, wie sich herausstellte, seinen Plafond von 22,5 Millionen Euro. Seine Union für eine Volksbewegung (UMP) erhält daher die Hälfte der Kosten nicht zurück - gut elf Millionen Euro. Die Partei steht vor dem Bankrott, ihr Chef Jean-François Copé, beginnt Montag eine Sammlung unter Mitgliedern. Sarkozy war über das Verfassungsgericht so erbost, dass er den Rücktritt aus diesem Gremium, in dem alle Altpräsidenten einen Platz bekommen, erklärte.

Am Freitag wandte er sich dann via Facebook an seine Anhänger. Er müsste seine "Verantwortung wahrnehmen", schrieb er, und sich für die freie Meinungsäußerung engagieren. Zudem bat er um Spenden: "Ich bitte Sie, mir zu helfen". Es handle sich um eine "nie da gewesenen Situation".

Daneben muss sich Sarkozy mit weiteren Affären herumschlagen, darunter dem Vorwurf, er habe sich den Wahlkampf 2007 durch Libyens Exdiktator Muammar al-Gaddafi mitfinanzieren lassen. (Stefan Brändle aus Paris, DER STANDARD, 6.7.2013)

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