Wunschprogramm: Standortwechsel Kunsthalle Wien

5. Juli 2013, 17:15
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Künstlerischer Leiter Nicolaus Schafhausen überraschte mit einem unerwarteten Bekenntnis: "Eine Übersiedlung ist eine interessante Idee"

Wien - Drei Kunsthallendirektoren - Gründungsdirektor Toni Stooss (1992- 1996), Langzeitchef Gerald Matt (1996-2012) und der amtierende künstlerische Leiter Nicolaus Schafhausen (seit 2012) - diskutierten bei einem Kulturtalk, moderiert von Standard-Kulturchefin Andrea Schurian, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Institution. Schafhausen überraschte dabei mit einem unerwarteten Bekenntnis: "Eine Übersiedlung ist eine interessante Idee." Selbst eine mobile Kunsthalle, die alle fünf Jahre ihre Umgebung wechsle, wäre reizvoll für ihn. Oder ein Umzug auf das Areal des ehemaligen Südbahnhofs, in nächster Nähe zum 21er-Haus: "Der Hauptbahnhof ist ein Gebiet, das in den nächsten Jahren an Attraktivität und Publikumsverkehr gewinnen wird."

Die Idee der Kunsthalle im Museumsquartier (MQ) sei jedenfalls in die Jahre gekommen, sagte er und bemängelte vor allem die "Historisierung des Ortes": Während Leopold-Museum und Mumok in Neubauten untergebracht sind, wird aktuelle Kunst hinter alten Mauern versteckt.

Gerald Matt warnte vor einem Umzug. Die Kunsthalle täte gut daran, trotz der versteckten Lage hinter historisierenden Mauern und eingeklemmt zwischen Mumok und Leopold-Museum das besucherstarke Museumsquartier nicht zu verlassen.

Den augenzwinkernden Einwurf von Toni Stooss, amtierender Direktor des Salzburger Museums der Moderne, Schafhausen wolle mit der Standortdiskussion vielleicht von einem inhaltsleeren Programm ablenken, wies dieser zurück: "Ohne Provokation passiert nichts." (Simon Weyer, DER STANDARD, 6./7.7.2013)

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