Die Bürgerwehr weiß alles

5. Juli 2013, 17:06
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Es soll Menschen geben, die sich "nicht einmal in der Russen-Zeit so gefürchtet haben"

Es brechen harte Zeiten an. Fast könnte man meinen, das Land befände sich im Krieg. Es soll Menschen geben, die sich "nicht einmal in der Russen-Zeit so gefürchtet haben".

"Am Schauplatz" war am Donnerstag dem Albtraum Einbruch auf der Spur. Kim Kadlec und Heidi Lackner schauten sich zu diesem Zwecke speziell im Grenzgebiet zu Tschechien und der Slowakei um, trafen betroffene Bürger, -initiativen und -wehren ("Wir nennen uns Deutschkreutzer Spaziergänger. Das klingt nicht so aggressiv"). Das Volk ist sich großteils einig: Moldauische Banden stecken wohl hinter der steigenden Kriminalität. Schließlich kann ja jeder kommen, jetzt, wo die Grenzen offen sind.

Die Einbrüche würden mehr (was nicht stimmt), es gibt zu wenig Polizei (was logisch ist, auch hier wird gespart). Aus allgemeiner Verunsicherung greift man allerorten zur Selbsthilfe. "Die Waffe ist gesichert", sagt ein Familienvater. "Wenn es um meine Familie geht, kenne ich nix." "Angreifer kann jeder sein", findet ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma. "Da muss man sich zur Wehr setzen. Im Zuge der Notwehr ist das ja erlaubt."

Deshalb ist vermutlich auch erlaubt, dass die Bürgerwehren aufgrund ihrer fleißigen Überwachungstätigkeit mehr wissen, als sie sollten. Von heimlichen Liebespaaren etwa. Aber es geht schließlich um die Sicherheit. Dass alle Überwachung maximal Symptome bekämpft, analysiert am Ende klarsichtig der Innungsmeister der Alarmanlagenbauer: "Je ärmer ein Teil unserer Gesellschaft ist, umso mehr wird das organisierte Verbrechen." (Andrea Heinz, DER STANDARD, 6./7.7.2013)

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