Vorarlberger wegen rund 5.000 Nazi-Postings verurteilt

5. Juli 2013, 15:54
81 Postings

Geldstrafe in Höhe von 3.600 Euro und bedingte Freiheitsstrafe von einem Jahr

Ein 32-jähriger Vorarlberger ist am Freitag am Landesgericht Feldkirch wegen Wiederbetätigung und Verhetzung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von einem Jahr sowie einer zu zahlenden Geldstrafe in Höhe von 3.600 Euro verurteilt worden. Der Mann zeigte sich geständig, in einem Zeitraum von über zwei Jahren mehr als 4.800 Postings auf einer rechtsradikalen Diskussionsplattform abgesetzt zu haben. Darin leugnete er unter anderem den Holocaust. Das Urteil ist rechtskräftig.

Zwischen Mai 2010 und Juni 2012

Unter dem Benutzernamen "Sturmreiter" und diversen Varianten von Runenzeichen als seinem Symbol war der Arbeitslose zwischen Mai 2010 und Juni 2012 auf der Diskussionsplattform aktiv. "Holocaust, Betrug des zwanzigsten Jahrhunderts", war eines seiner Postings, "Sämtliche Gaskammern, die heute zu bewundern sind, wurden erst nachträglich gebaut" ein anderes. Zudem hetzte er gegen Muslime und Juden - sie sollen das Land verlassen, andernfalls müsse man sie ausräuchern, tat er kund.

Nicht mehr in der Szene

Auf der Anklagebank des Schwurgerichtes zeigte sich der 32-Jährige am Freitag jedoch reumütig und einsichtig. Er sei damals aufgehetzt worden, man habe ihm immer wieder gesagt, dass Geschichtsbücher Unwahrheiten verbreiten würden, sagte er. Heute wisse er, dass seine damalige Einstellung falsch war. Er habe sich längst von der rechtsradikalen Szene abgewandt und wolle niemals wieder derartige Äußerungen tätigen.

Urteil akzeptiert

Die Geschworenen befanden den Angeklagten einstimmig für schuldig. Er wurde vom Gericht auch aufgrund seiner Unbescholtenheit lediglich zu einer bedingt ausgesprochenen Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Bezahlen muss er allerdings eine 3.600-Euro-Geldstrafe. Da sowohl der Angeklagte als auch Staatsanwalt Wilfried Siegele das Urteil akzeptierten, hat es bereits Rechtskraft erlangt. (APA, 5.7.2013)

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