Vorwürfe gegen Stammzellenforscher Strauer

5. Juli 2013, 16:02
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Britische Wissenschafter wollen in Strauers Publikationen auf zahlreiche Ungereimtheiten gestoßen sein

Düsseldorf - Gegen den wegen seiner Behandlung von Herzinfarktpatienten mit adulten Stammzellen weltweit beachteten deutschen Herzspezialisten Bodo-Eckehard Strauer sind neue Vorwürfe laut geworden. Bei dieser Behandlung werden die adulten Stammzellen aus dem Knochenmark eines Patienten mit Hilfe eines Ballonkatheters in die Infarkt-Arterie gespritzt - Strauer selbst sprach von einer "Weltinnovation".

Doch bereits Ende des vergangenen Jahres war der Verdacht geäußert worden. Strauer habe wissenschaftlich nicht einwandfrei gearbeitet. Nun berichten Wissenschafter des Londoner Imperial College im "International Journal of Cardiology", dass sie in Strauers Publikationen zum Thema mehr als 200 Ungereimtheiten entdeckt hätten. Die Universität Düsseldorf wollte die neuerlichen Vorwürfe vorerst nicht kommentieren.

Als die ersten Vorwürfe gegen Strauer im Dezember 2012 laut wurden, hatte die Universität eine interne Untersuchung eingeleitet. Dabei soll eine Kommission externer unabhängiger Experten den Fall prüfen, ein Ergebnis steht bisher aber noch aus. Strauers Anwalt Ralf Höcker sagte, die Vorwürfe seien alle widerlegbar. Strauer war bis zu seiner Emeritierung mehr als 20 Jahre lang Leiter der Kardiologie an der Uni-Klinik Düsseldorf. (APA/red, derStandard.at, 5. 7. 2013)

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