Ägypten: Touristen sollten in den Resorts bleiben

5. Juli 2013, 15:29
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Partielle Reisewarnung für Saharagebiete und den Sinai - Hohes Sicherheitsrisiko in Großstädten - Kostenlose Stornomöglichkeiten für Großstädte möglich

Wien - Das österreichische Außenministerium rät aufgrund der aktuellen politischen Ereignisse von "nicht dringend notwendigen Reise" nach Ägypten ab. Ausgenommen davon werden nur bestimmte Tourismusresorts. Auch eine sofortige Ausreiseempfehlung wird nicht ausgesprochen. Ein hohes Sicherheitsrisiko wird für Kairo und andere Großstädte gesehen. Eine partielle Reisewarnung gibt es für Saharagebiete und für den Sinai.

Hohes Sicherheitsrisiko sieht das Außenministerium für Kairo und andere Großstädte, insbesondere in der Deltaregion, wo an mehreren Orten teils gewaltsame Kundgebungen stattfinden.

Ausgenommen von dieser partiellen Reisewarnung sind Tourismusresorts am Golf von Akaba zwischen Sharm el-Sheikh und Nuwaiba, sowie an der Westküste des Golfs von Suez, wie Ain Sukhna, Hurghada und Marsa Alam, wobei der direkte Weg in die Hotelanlagen gewählt werden sollte, so das Ministerium.

Auch wenn derzeit eine sofortige Ausreiseempfehlung nicht ausgesprochen wird, wird den Österreicherinnen und Österreichern, die sich in Ballungszentren befinden, empfohlen zu prüfen, ob ihr weiterer Aufenthalt in Ägypten dringend notwendig ist. Sollte dies nicht der Fall sein, sollten sie die Heimreise anzutreten. Andernfalls sollten sie ihre täglichen Bewegungen auf ein Mindestmaß einschränken.

Reiseveranstalter sind gewöhnlich kulant

Ob eine Reise kostenlos storniert werden kann, hängt von den Umständen kurz vor dem geplanten Antritt ab. Eine kostenlose Stornierung sei derzeit nur möglich, wenn eine Reise direkt in eine betroffene Großstadt gebucht wurde, so AKNÖ-Konsumentenberater Manfred Neubauer.

Wem angesichts der aktuellen Vorgänge auch eine Reise in die Touristenzentren als zu gefährlich erscheint, wird geraten, den jeweiligen Veranstalter zu kontaktieren. Die meisten Reiseveranstalter seien in Situationen wie diesen relativ kulant. "Auch wenn es kein Recht auf ein kostenloses Storno gibt, so werden in der Regel alternative Reiseziele angeboten", so Neubauer.

Ansonsten könnte es sein, dass das Geld für den bereits gebuchten Urlaub erst über den Gerichtsweg eingeklagt werden müsse, ohne Garantie für eine positiven Ausgang. Sollte ein solches Angebot für die Konsumenten dennoch unzumutbar sein, dann müssten die Gründe für ein Storno schriftlich dokumentiert und am besten noch durch gesammelte seriöse Medienberichte untermauert werden.

VKI sieht Gegebenheiten für einen Rücktritt vorhanden

Laut Peter Kolba vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) muss es keine offizielle Reisewarnung geben, um kostenlos zu stornieren. Es komme darauf an, wie sich dem Reisenden die Situation darstellt, sagte Kolba im "Ö1-Mittagsjournal". Als Leitbild gelte der "verständige Verbraucher", und wenn für diesen im Lichte der seriösen Medienberichterstattung eine Reise unzumutbar sei, dann habe er ein kostenloses Rücktrittsrecht. Aus der Sicht des VKI ist die Lage eindeutig und die Gegebenheiten für einen Rücktritt vorhanden. Man sollte aber allfällige Stornogebühren bezahlen, vorbehaltlich der Rückforderung und einer rechtlichen Klärung. (APA, 5.6.2013)

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    In Situationen wie jener, die zur Zeit in Ägypten herrscht, sind Reiseveranstalter gewöhnlich kulant und bieten Alternativen an.

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