Papst Johannes Paul II. wird heiliggesprochen

5. Juli 2013, 15:39
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Costa Ricanerin soll nach Papst-Fürbitte von Arterienerweiterung im Gehirn geheilt worden sein - Auch Johannes XXIII. wird heilig

Papst Johannes Paul II. wird heiliggesprochen, gab der Vatikan am Freitag bekannt. Der amtierende Papst Franziskus hat das zweite Wunder Johannes Pauls II., der von 1978 bis 2005 im Amt war, anerkannt und das dafür notwendige Dekret unterschrieben. Auch Johannes XXIII., der von 1958 bis 1963 Oberhaupt der katholischen Kirche war und das Zweite Vatikanische Konzil einberief, wird zum Heiligen ernannt. Ein Datum gibt es noch nicht, die Zeremonien dürften aber noch heuer abgehalten werden. Als möglicher Termin wird der 8. Dezember genannt.

Wunder anerkannt

Die Formalitäten für die Anerkennung Johannes Pauls II. als Heiligem waren vor wenigen Tagen abgeschlossen worden. Die vatikanische Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungen hatte am Dienstag das zweite Wunder anerkannt, das auf den ehemaligen Papst zurückzuführen sein soll. Für die Heiligsprechung wurde ebenso wie für die am 1. Mai 2011 erfolgte Seligsprechung ein auf Fürsprache von Johannes Paul II. gewirktes Wunder anerkannt.

Costa Ricanerin litt an Arterienerweiterung

Dieses sei am Abend des 1. Mai 2011 nach der Seligsprechung des polnischen Papstes geschehen. Im vorliegenden Fall wurde von dem Antragsteller Slawomir Oder die Heilung einer Costa Ricanerin durch Johannes Paul II. vorgebracht. Floribeth Mora aus der Kleinstadt Dulce Nombre de Tres Ríos habe an einem Zerebralaneurisma, also einer Arterienerweiterung im Gehirn gelitten, wovon sie auf Fürbitte des polnischen Papstes am Tag seiner Seligsprechung geheilt worden sei, berichteten costa-ricanische Medien. Mora hat bereits angekündigt, im September nach Rom reisen zu wollen.

Der Bericht der Ärzte wurde von einer Theologenkommission der Heiligsprechungskongregation geprüft. Anschließend wurden die Unterlagen des Verfahrens dem Kardinalsrat und dem Papst zur Entscheidung vorgelegt.

Seliggesprochen im Jahr 2011

Johannes Paul II. war 2011 von seinem Nachfolger Benedikt XVI. (2005-2013) seliggesprochen worden. Es war das kürzeste Seligsprechungsverfahren der Neuzeit. Damals war die unerklärliche Heilung einer französischen Ordensfrau von der Parkinsonkrankheit als Wunder anerkannt worden. Johannes Paul II. ist am 2. April 2005 im Alter von fast 85 Jahren gestorben. Sein 26-jähriges Pontifikat war das zweitlängste der Kirchengeschichte.

Die katholische Kirchenlehre sieht vor, dass die Heiligsprechung nur für solche Persönlichkeiten infrage kommt, die bereits seliggesprochen sind. Nach der Heiligsprechung wird es möglich, Kirchen nach dem früheren Papst zu benennen. (APA/red, derStandard.at, 5.7.2013)

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    Papst Johannes Paul II.

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