Aus Hubschraubern auf Gelsen "schießen"

5. Juli 2013, 15:26
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In den Hochwassergebieten wird in den nächsten Wochen eine Gelsenplage erwartet - In Hohenau an der March kommt deshalb ein Hubschrauber zum Einsatz

Hohenau an der March - Durch die starken Regenfälle im Mai und Anfang Juni 2013 und die nun schnell gestiegenen Temperaturen erwarten Experten zahlreiche und große Gelsenbrutstellen. In Hohenau an der March im Bezirk Gänserndorf wird deshalb zu drastischen Mittel im Kampf gegen die weiblichen Stechmücken gegriffen. Mitte Juni wurden bereits in sieben Gemeinden über Wasserstellen mit einem Flächenausmaß von insgesamt 300 Hektar Bti-Granulat ausgestreut. Zum Teil wurde das Anti-Gelsenmittel in einem Abwurfbehälter per Hubschrauber über die Populationsflächen verteilt.

"Über 90 Prozent der Gelsenlarven konnten bereits zerstört werden", sagte Robert Freitag, der Bürgermeister von Hohenau an der March. Die Bekämpfung mittels Hubschraubers funktioniert folgendermaßen: Der Helikopter fliegt einen Abwurfbehälter in die March-Auen. Auf genau ausgemessenen, schwer zugänglichen Populationsflächen wird das Gelsenbekämpfungsmittel ausgestreut. In Summe sollen rund 2.000 Hektar in neun Gemeinden entlang der March mit Bti behandelt werden.

Keine gesundheitliche Gefahr für den Menschen

Bei Bti (Bacillus thuringiensis israelensis) handelt es sich um einen biologischen Wirkstoff, genauer gesagt um ein sporenbildendes Bakterium, das während seiner Entwicklung Eiweißkristalle bildet. Dieses Protein wirkt über den Verdauungstrakt der Gelsenlarven und tötet sie ab. Im Vergleich zu chemischen Stoffen ist das Bti-Granulat umweltverträglicher, da es innerhalb von 48 Stunden biologisch abgebaut wird. Das Mittel - für das auch Ulli Sima auf ihrer Homepage wirbt - hat laut der Wiener Umweltstadträtin keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und ist für die "Umwelt absolut unbedenklich".

Der flächendeckende Einsatz wird allerdings von Umweltschützern kritisiert. Sie betonen, dass durch Bti auch die harmlose Zuckmücke und die für die Nahrungskette wichtigen Grünalgen abgetötet werden. (red, derStandard.at, 5.7.2013)

  • Der Kampf gegen Gelsen ist auch ohne chemische Keule möglich. Der Wirkstoff Bti - ein Proteinkristall - wird auch im Biolandbau eingesetzt, allerdings warnen Umweltschützer vor einer flächendeckenden Anwendung.
    foto: apa/herbert neubauer

    Der Kampf gegen Gelsen ist auch ohne chemische Keule möglich. Der Wirkstoff Bti - ein Proteinkristall - wird auch im Biolandbau eingesetzt, allerdings warnen Umweltschützer vor einer flächendeckenden Anwendung.

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