"Rasberry crazy ants": Ameisen zerstören Computer

5. Juli 2013, 12:10
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Eingewanderte Art verursacht Millionenschäden im amerikanischen Süden

Ameisenplagen sind für die Bewohner von Texas und Florida nichts Neues mehr. Allerlei verschiedene Arten haben den Bewohnern des US-Südens bereits Schwierigkeiten bereitet. Die neuesten Krabbler der Art Nylanderia fulva scheinen aber ein besonders zerstörerisches Potenzial mitzubringen.

Auch in Südamerika unbeliebt

Ihr gängigerer Name ist "tawny crazy ant" oder "Rasberry crazy ant", die "gelbbraune, verrückte Ameise", passend zu ihrer Farbe und ihren unregelmäßigen Bewegungsmustern. Sie ist eng verwandt mit der "Caribbean crazy ant", stammt aber aus Südamerika und dürfte auf Schiffen in die USA mitgereist sein. Dort bevorzugt sie seit ihrer Einwanderung vor rund zehn Jahren küstennahe Gebiete, besonders in den beiden genannten Bundesstaaten.

In ihrer ursprünglichen Heimat gelten die Tiere ebenfalls nicht gerade als Segen. Auf der Homepage der Texas A&M University lässt sich nachlesen, dass sie in großen Teilen von Kolumbien andere Ameisenarten verdrängt haben und zur Bedrohung für den Nutztierbestand geworden sind.

Kleinere Tiere wie Hühner sterben durch Asphyxie, größeren Tieren fügen die rund drei Millimeter großen Insekten Verletzungen rund um Augen, Nase und Hufen zu. Grasland bringen sie zum Austrocknen. Mangels natürlicher Feinde beherbergen ihre Kolonien teils 100 Mal mehr Tiere, als jene einheimischer Ameisen.

Faible für Elektronik

Ein besonderes Faible - mehr als ihre Artgenossen - hat die invasive Art für elektronische Geräte. Was Ameisen überhaupt in die Nähe von Computer, Fernseher und Mobiltelefone lockt, ist unklar. Auch Nylanderia fulva soll mit ihren in zwölf Segmente aufgeteilten Antennen elektromagnetische Strahlung wahrnehmen können.

Ob sie nun aber von Magnetfeldern, der von den Geräten abgehenden Wärme oder schlichtweg von ihrer Eignung als trockener Ort für den Nestbau angelockt werden, weiß niemand mit Bestimmtheit.

Besiedelte Elektronik bleibt jedenfalls selten heil, denn die Tiere knabbern Kabel und Bauteile an. Sterben sie nach einem Stromschlag, setzen sie eine aggressive Chemikalie frei, die zu weiteren Schäden führt.

145 Millionen Dollar Schaden

Die A&M University schätzt allein die 2012 angerichteten Schäden laut "FAZ" auf 145 Millionen Dollar. Gleichzeitig sind sie in ihrem jeweiligen Siedlungsareal eine große Gefahr für ihre Umwelt, bis zu 95 Prozent der Vögel, Reptilien und anderer Insekten fallen ihnen zum Opfer.

Mit Gift ist der "Rasberry crazy ant" bislang nicht beizukommen. Nun sollen es Artgenossen richten. Die Rote Feuerameise, Solenopsis invicta, soll es mit den Elektronikvernichtern aufnehmen. Eine Ironie der Geschichte, hatten sich doch viele Texaner vor einigen Jahren noch über genau diese Tiere aufgeregt, da sie mit ihren Bauten große Teile vieler Grundstücke in Beschlag nahmen. (gpi, derStandard.at, 5.7.2013)

(Video: Rasberry Crazy Ants an der Golfküste)

  • Die "Rasberry crazy ant" hat im US-Süden 2012 einen Schaden von 145 Millionen Dollar angerichtet.
    foto: danny mcdonald/texas a&m university

    Die "Rasberry crazy ant" hat im US-Süden 2012 einen Schaden von 145 Millionen Dollar angerichtet.

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