Neuer Journalisten-KV: Unstimmigkeiten zwischen VÖZ und Gewerkschaft

5. Juli 2013, 11:58
1 Posting

Gewerkschaft wünscht sich gemeinsame Lösung bei "Interpretationsunterschieden" - VÖZ sieht "Panikmache" und "steht zum Reform-Kollektivvertrag" - Betriebsrätekonferenz am 19. Juli in Wien

Wien - Er ist erst seit wenigen Tagen in Kraft und sorgt bereits für Unmut zwischen den Vertragspartnern: Bezüglich des seit 1. Juli gültigen neuen Journalistenkollektivvertrags hat die Gewerkschaft am Freitag davor gewarnt, neue Einzelverträge zu unterschreiben, da der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) scheinbar versuche, gewisse Teile nicht einzuhalten. "Es gibt offenbar Interpretationsunterschiede, was bei einem neuen Vertrag aber auch kein Wunder ist", erklärte Journalistengewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer. "Wir hätten uns allerdings gewünscht, diese Punkte gemeinsam zu lösen."

Gewerkschaft warnt davor, Einzelverträge zu unterzeichnen

Der VÖZ habe den Personalchefs der Mitgliedsmedien demnach offenbar mitgeteilt, dass es einige Punkte im neuen KV gebe, die nicht einzuhalten wären. "Das finden wir befremdlichen", so Bauer. Weiters werde versucht, "über neue Verträge alte Verträge auszuhebeln", was zu Verschlechterungen führen könnte. "Rechtlich ist aber natürlich alles möglich, wenn ich es unterschreibe." Daher warnt die Gewerkschaft davor, derzeit Einzelverträge zu unterzeichnen, solange nicht alles restlos geklärt ist. Am 19. Juli wird es darüber hinaus eine Betriebsrätekonferenz in Wien geben, "weil es leider Handlungsbedarf gibt", so Bauer. "Das ist eine Eskalation, die ich mir so nicht gewünscht habe."

VÖZ ortet "Panikmache"

Beim VÖZ weist man die Vorwürfe indes zurück und sieht "Panikmache" und den Versuch der Gewerkschaft, Redakteure zu einem Gewerkschaftsbeitritt zu bewegen. "Fest steht: Der Verband Österreichischer Zeitungen steht zum Reform-Kollektivvertrag und wird ihn einhalten", erklärte VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger in einem der APA übermittelten Statement. "Der unterzeichnete Kollektivvertrag gibt den Rahmen vor. Wenn jedoch Dienstgeber und Dienstnehmer innerhalb dieses Rahmens individuelle Vereinbarungen treffen, muss dies auch möglich ist. Darüber hinaus weisen wir unsubstanziierte und pauschale Unterstellungen schärfstens zurück." (APA, 5.7.2013)

Share if you care.