Florjan Lipus erhält Franz-Nabl-Preis der Stadt Graz

5. Juli 2013, 11:45
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Mit 14.500 Euro dotierter Preis geht erstmals an Werk in slowenischer Sprache - Jury: "Zur Anerkennung von Literatur in Minderheitensprache wesentlich beigetragen"

Graz/Klagenfurt - Der Kärntner Autor Florjan Lipus erhält den mit 14.500 Euro dotierten Franz-Nabl-Preis. Die Auszeichnung wird seit 1975 alle zwei Jahre vergeben und ist der höchstdotierte Literaturpreis der Stadt Graz. Zu den bisherigen Preisträgern zählen u.a. Josef Winkler, Norbert Gstrein, Herta Müller, Barbara Frischmuth und zuletzt Angela Krauß. Der Franz-Nabl-Preis wird dabei heuer erstmals an einen österreichischen Autor für sein Werk in slowenischer Sprache vergeben, wie es in der Aussendung der Stadt Graz heißt.

Die Zuerkennung des Preises wurde am gestrigen Donnerstag in der Sitzung des Stadtsenates gegen die Stimmen der FPÖ beschlossen, wie betont wird. "Das herausragende Werk von Florjan Lipus hat zur Anerkennung von Literatur in Minderheitensprache als Bestandteil des kulturellen Selbstverständnisses wesentlich beigetragen", befanden Jury und Kulturstadträtin Lisa Rücker (Grüne).

Kampf um Akzeptanz für Minderheitenkultur

In der Jurybegründung heißt es u.a.: "Das Werk des Kärntner Slowenen Florjan Lipus ist von zwei Erfahrungen geprägt: dem frühen Tod seiner Mutter im Konzentrationslager Ravensbrück und der gespaltenen Identität, die mit der Zugehörigkeit zu einer Minderheitenkultur einhergeht. Lipus hat sich auf vielfältige Weise um die Akzeptanz dieser Minderheitenkultur bemüht, etwa durch die Herausgabe der Zeitschrift 'Mladje' ... oder durch Aufsätze und Essays zur Geschichte der slowenischsprachigen Literatur in Kärnten."

Lipus wurde am 4. Mai 1937 in Lobnig/Lobnik bei Eisenkappel/Zelezna Kapla geboren. Der in slowenischer und deutscher Sprache schreibende Autor arbeitete als Lehrer an zweisprachigen Volksschulen in Kärnten. Er war 1960 bis 1980 Herausgeber der Kärntner-slowenischen Literaturzeitschrift "Mladje" und veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Romane und Essays. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1995 den Literaturpreis des Landes Kärnten oder 2011 den Petrarca-Preis. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Der Zögling Tjaz" (von Peter Handke übersetzt), "Die Beseitigung meines Dorfes", "Die Verweigerung der Wehmut" sowie "Herzflecken". Zuletzt erschien im Vorjahr im Suhrkamp Verlag der Roman "Bostjans Flug" mit einem Nachwort von Handke. (APA, 5.7.2013)

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