Jeder Vierte weiß nicht, was der Partner wählt

5. Juli 2013, 11:28
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Ergebnis einer Online-Umfrage: Politische Einstellung ist Diskussionsgrund, aber kein Beziehungskiller

Wien - Die politische Einstellung ist kein Beziehungskiller, aber Grund für Diskussionen. Diesen Schluss zieht die Online-Partneragentur Parship aus den Ergebnissen einer von ihr in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage, die am Freitag - knapp zwei Monate vor der Nationalratswahl - in Wien präsentiert wurde. Die Online-Umfrage unter Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren mit 1.047 Interviews wurde im Mai und Juni 2012 von Marketagent.com durchgeführt.

Jeder vierte Befragte weiß demnach gar nicht, welche Partei der Partner wählt, bei 31 Prozent kommt es zu angeregten Diskussionen oder gar zu Streit. Bei den Grünen-Wählern sind es laut der Umfrage sogar 51 Prozent, die über politische Themen intensiv diskutieren oder sich in die Haare geraten.

Fast 80 Prozent von ihnen wollen den Partner zumindest fallweise von der eigenen Meinung überzeugen, bei den FPÖ-Wählern sind es 63 Prozent, insgesamt - also über alle Parteigrenzen hinweg - zwei Drittel. Die meiste Übereinstimmung unter Paaren wurde bei ÖVP-Wählern festgestellt.

"Männer überschätzen ihre politische Überzeugungskraft"

18 Prozent der Männer meinen, ihre bessere Hälfte zu überzeugen, aber nur neun Prozent der Frauen. Ob sie es tatsächlich schaffen, ist ungewiss. "Männer überschätzen möglicherweise ihre politische Überzeugungskraft", konstatierte Christoph Hofinger vom Meinungsforschungsinstitut Sora, von Parship als Experte beigezogen. Ein Viertel der Befragten gab an, dass die politische Einstellung von der eigenen Familie beeinflusst wurde. Am stärksten ist diese Prägung bei Traditionsparteien: Bei SPÖ-Wählern waren es 42 Prozent, die sich von Eltern und Geschwistern beeinflussen ließen, bei FPÖ-Wählern nur 20.

Wahlverhalten unbekannt

Welche Partei der Partner wählt, weiß jeder vierte Befragte nicht, bei den Leute unter 30 waren es sogar 40 Prozent, was nach Einschätzung von Hofinger auch am mobileren Wahlverhalten der jungen Wähler liegt. Während knapp 70 Prozent der über 60-jährigen Paare die gleiche Partei wählen, tun dies nur 42 Prozent der unter 30-Jährigen. Im Grunde sei die Mehrheit der Befragten durchaus tolerant und gebe an, nicht auf politische Einigkeit in der Partnerschaft zu bestehen, konstatiert Parship. Wichtiger sei die Übereinstimmung in Bereichen wie Treue, Vertrauen und Ehrlichkeit. (APA, 5.7.2013)

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    Alles geheim? Nicht alle verraten ihrem Partner, bei welcher Partei sie das Kreuzerl machen.

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